Debatte

»Keine Gesetze für einzelne Religionsgemeinschaften«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: PR

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich gegen ein Kopftuchverbot ausgesprochen. »Ich halte ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst für problematisch. Im Übrigen glaube ich nicht, dass es mit dem Grundgesetz vereinbar ist«, sagte Schuster der Zeitung »Welt am Sonntag«. Auch das Bundesverfassungsgericht habe ein generelles Verbot religiöser Kopfbedeckungen abgelehnt.

Die Kippa sage viel mehr über das Verhältnis ihres Trägers zur jüdischen Religion aus als über sein Verhältnis zum Staat, argumentierte der Präsident des Zentralrates. Für den Staatsdienst gelte: Beamte sollten »die Zeichen ihrer Religion so lange tragen dürfen, solange sie ihre Entscheidungen neutral fällen und sich neutral verhalten«.

islamgesetz Auch von einem Islamgesetz, dessen Verabschiedung einige CDU‐Politiker fordern, hält Schuster nichts. »Wir sollten davon absehen, für einzelne Religionsgemeinschaften spezielle Gesetze zu schaffen.« Allerdings müsse angestrebt werden, dass in allen Gotteshäusern, seien es Moscheen, Kirchen oder Synagogen, in der Landessprache gepredigt werde.

Zugleich äußerte Schuster Bedenken gegen die von Unionspolitikern geforderte Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft: »Viele Politiker meinen offenbar, allein das Ablegen des zweiten Passes verändere die Denkweise. Das halte ich allerdings für fragwürdig«, sagte der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. epd

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