Berlin

Kampf für Menschenwürde

Bundestagspräsident Norbert Lammert Foto: ddp

Führende deutsche Politiker haben am Freitag an den Aufstand im Warschauer Ghetto erinnert und den mutigen Widerstand der verfolgten Juden gewürdigt. »Wir gedenken in großer Demut des Leidens, der Opferbereitschaft und des Freiheitswillens der Menschen im Warschauer Ghetto«, erklärte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Berlin. Der Bundestag würdigte die Opfer zu Beginn seiner Sitzung am Freitag mit einer Gedenkminute.

Generationen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), erinnerte an die Widerstandskämpfer, die sich nicht »wie Lämmer zur Schlachtbank« führen lassen wollten, sondern angesichts der drohenden Deportation in die NS-Vernichtungslager beschlossen zu kämpfen. Es sei eine Entscheidung für einen »aussichtslosen Kampf für die Würde ihres Volkes« gewesen. »Ihr Kampf für Menschenwürde ist und bleibt ein Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen«, sagte Lammert.

Während des Aufstands im Warschauer Ghetto im April und Mai 1943 wehrten sich rund 1100 der insgesamt 60.000 damals dort noch lebenden Juden gegen den Abtransport in die NS-Vernichtungslager. Der Aufstand wurde von den deutschen Besatzern brutal niedergeschlagen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, kritisierte die Regierungskoalition dafür, die Nachzahlung der Ghetto-Renten vor Kurzem im Bundestag abgelehnt zu haben. Das Parlament stehe in der Pflicht, auf seine Gedenkworte Taten folgen zu lassen. Bei dem Streit geht es um die rückwirkende Auszahlung von Renten für Menschen, die in einem nationalsozialistischen Ghetto gearbeitet haben. Ein großer Teil der geschätzten 20.000 Betroffenen bekommt die Nachzahlung erst ab 2005. Die Opposition forderte eine Nachzahlung ab 1997. Mit der Mehrheit von Union und FDP hat der Bundestag dies vor vier Wochen abgelehnt. epd

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