Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Renate Aris, eine der letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen, spricht bei der Feierstunde im Sächsischen Landtag Foto: picture alliance/dpa

Mit einer Feierstunde im Dresdner Landtag hat der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Sachsen am Mittwoch an seine Gründung vor 100 Jahren erinnert. Anlässlich des Jubiläums sprachen unter anderem die Vorsitzende des sächsischen Landesverbands Ekaterina Kulakova und die 1935 in Dresden geborene Holocaust-Überlebende Renate Aris im Parlament, wie die Landtagsverwaltung in Dresden mitteilte.

Der Landesverband ist eine Dachorganisation und vertritt die Interessen der jüdischen Gemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz mit rund 2.300 Mitgliedern. Die orthodoxe Communitiy Chabad Lubawitsch Sachsen ist Kooperationspartner des Verbandes.

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Sachsens Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) erklärte: Jüdische Gemeinden und ein jüdisches Kulturleben gehörten zum Freistaat Sachsen. Dennoch bleibe »die Geißel des Antisemitismus«, die »sowohl in alter als auch neuer Gestalt in unserem Land, in Europa und in der Welt« auftrete. Dies sei eine »stetige Herausforderung«.

Interessenvertretung seit 1926

In seiner heutigen Form entstand der Landesverband nach der friedlichen Revolution 1989. Die jüdische Interessenvertretung blickt in Sachsen jedoch auf eine lange Geschichte zurück: Am 13. September 1926 war die Vorgängerorganisation Sächsisch Israelitischer Gemeindeverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden.

In Sachsen lebten den Angaben zufolge vor dem Zweiten Weltkrieg und der Verfolgung in der NS-Zeit rund 20.000 Jüdinnen und Juden. Nur wenige Überlebende des Holocausts kehrten nach 1945 zurück. Eine Fotoausstellung im Landtag gibt derzeit Einblick in das jüdische Leben in Sachsen. epd

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