Nachrichten

Jubiläumsjahr, Iran, Rabbiner

Mit antisemitischen Parolen beleidigt: der Offenbacher Rabbiner Mendel Gurewitz Foto: Rafael Herlich

Impulse fürs Jubiläumsjahr
Zum Auftakt des Festjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« sind Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Jürgen Rüttgers, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, und Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, am 5. Januar, dem 145. Geburtstag Adenauers, zu einer live übertragenen Online-Veranstaltung zusammengekommen. In seinem Grußwort stellte Jürgen Rüttgers die Unterstützung des Festjahres durch Politik und Zivilgesellschaft, Hochschulen und Kirchen heraus. Zugleich benannte er mehrere aktuelle Herausforderungen: »Wir müssen Antisemiten, Rassisten und Nationalisten frühzeitig den Kampf ansagen.« Josef Schuster würdigte in seinem Impulsvortrag unter anderem Adenauers Einsatz für jüdisches Leben und die Annäherung an Israel. Der Zentralratspräsident kritisierte das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur rituellen Schlachtung von Tieren: »Dies ist ein schwerwiegender Eingriff in die Religionsausübung und gefährdet jüdisches Leben in Europa.« Er hoffe sehr, dass Deutschland und die EU-Staaten die rituelle Schlachtung weiterhin ermöglichten, sagte der Zentralratspräsident. ja

Irans Uran-Ankündigung
Kurz nach Beginn einer erhöhten Urananreicherung im Iran hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigt, dass sein Land der Islamischen Republik die Herstellung von Atomwaffen nicht gestatten wird. Die Entscheidung des Iran, unter Missachtung seiner Verpflichtungen die Urananreicherung zu erhöhen und Industriekapazitäten zur unterirdischen Urananreicherung voranzutreiben, könne nur als weitere Realisierung seiner Absicht gesehen werden, ein militärisches Nuklearprogramm zu entwickeln, erklärte Netanjahu am vergangenen Montag. Das Mullah-Regime droht regelmäßig damit, Israel auszulöschen. Die »Befreiung« der Welt vom »zionistischen Regime« gehört zu einem der wichtigsten Ziele des Iran. Nichtsdestoweniger gibt Teheran seit Langem an, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlich sei. Ein Sprecher der iranischen Regierung hatte am Wochenende mitgeteilt, dass in der Atomanlage Fordo die Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen habe. Damit ist der Iran nur einen technischen Schritt von der Herstellung von atomwaffenfähigem Uran entfernt. Dies steht im Einklang mit dem neuen Atomgesetz des Landes. Es war Ende November im iranischen Parlament verabschiedet worden und verstößt gegen das Wiener Atomabkommen, mit dem der Iran von einem Atomwaffenprogramm abgehalten werden sollte. dpa/ja

Rabbiner antisemitisch beschimpft
Am 1. Januar ist der Offenbacher Rabbiner Mendel Gurewitz laut Polizei mit antisemitischen Parolen beleidigt worden. Der Rabbiner wurde am Freitagabend gegen 18.15 Uhr mit seinen Kindern auf dem Heimweg verbal angegriffen, teilte das Polizeipräsidium Südosthessen am Montag in Offenbach mit. Mehrere Zeugen riefen die Polizei, die den Tatverdächtigen daraufhin festnahm. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 46 Jahre alten Mann ohne festen Wohnsitz, der bei dem Angriff angetrunken gewesen sein soll. Gegen den Tatverdächtigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Bei seiner Festnahme soll er auch die Polizisten beleidigt haben. Zuerst hatte die »Süddeutsche Zeitung« über den Fall berichtet. Demnach kam Rabbiner Gurewitz aus der Synagoge und wurde zudem von einem Sicherheitsmann der jüdischen Gemeinde begleitet. Der Offenbacher Rabbiner wurde in den vergangenen Jahren mehrfach antisemitisch bedroht und beschimpft. kna/ja

Kommentar

Intifada-Party bei der Linken

Für Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl, kommt der jüngste Antisemitismus-Skandal ihrer Partei zur Unzeit. Doch ihre Empörung wirkt unglaubwürdig

von Ralf Balke  01.09.2026

Karlsruhe

Mutmaßliche Unterstützer rechtsextremer Terrorgruppe angeklagt

Zwei Jugendliche stehen im Verdacht, die »Letzte Verteidigungswelle« unterstützt und einen Anschlag auf eine Asylunterkunft versucht zu haben. Die Bundesanwaltschaft will sie in Jena vor Gericht sehen

 01.09.2026

Helsinki/Genf

Finnland beendet UNRWA-Finanzierung

Die Regierung in Helsinki will die Hilfsgelder für die palästinensischen Gebiete nicht streichen, sondern künftig über Organisationen weiterleiten, die nicht von der Hamas unterwandert sind

 01.09.2026

Tino Chrupalla, Bundesvorsitzender der AfD, spricht bei dem Wahlkampfauftritt in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern), 28. August

Berlin/Heidelberg

Verdacht der Volksverhetzung: Dachorganisation der Sinti und Roma zeigt Tino Chrupalla an

Es geht um eine Äußerung des AfD-Chefs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern

 01.09.2026

Madrid

Ceuta-Ansturm: Spanien erhebt Vorwürfe in Richtung Moskau und Jerusalem

Der spanische Regierungschef beschuldigt Netzwerke mit »Verbindungen zu Russland und Israel«, mit Falschmeldungen den Massenandrang auf die Nordafrika-Exklave angeheizt zu haben

 01.09.2026

New York

Met-Gala: Ausstellung mit umstrittenem Designer Galliano abgesagt

Das Event sollte eine Ausstellung zu Ehren des Designers eröffnen. Doch nach der Ankündigung hagelte es wegen des jüngsten Antisemitismus-Vorfalls Kritik

 01.09.2026

Berlin

Grünen-Politiker antisemitisch beschimpft und angegriffen

Daniel Eliasson sagt, der Täter habe versucht, ihn ins Gesicht zu boxen und ihn als »scheiß Juden« beschimpft

 01.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Neuer Antisemitismus-Eklat setzt Linke unter Druck, Zentralrat übt scharfe Kritik

Knapp drei Wochen vor der Wahl zum Berliner Angeordnetenhaus sorgt der jüngste Skandal nun auch bei den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grünen für Unruhe

 01.09.2026

Jerusalem

Geheimdienst: Netanjahus Sohn wegen Bedrohung aus USA zurück

Netanjahu hatte von iranischen Mordplänen gegen einen seiner Söhne gesprochen. Der Inlandsgeheimdienst bestätigt nun, Jair sei wegen einer akuten Bedrohung aus den USA nach Israel zurückgekehrt

 31.08.2026