Manama

Israel und Bahrain signieren Abkommen

Kleine Insel im Persischen Golf: Blick auf Bahrains Hauptstadt Manama Foto: Evgeny Sergeev/ Getty Images

Israel und Bahrain haben bei einer Zeremonie in Manama ein Kommuniqué zur formellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand am Sonntag bei einem Besuch hochrangiger Vertreter aus Israel und den USA in der Hauptstadt des Golfstaats Bahrains statt. Zuvor waren eine israelische und eine US-Delegation am Sonntag gemeinsam in den Golfstaat gereist.

Die Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al startete am Vormittag von Tel Aviv in Richtung Manama, wie das Außenministerium in Jerusalem bestätigte. Der Flug hatte die Nummer 973 – wie Bahrains Ländervorwahl.

DELEGATIONEN Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani empfing die Delegation nach der Ankunft in Manama. »Wir sind überzeugt, dass unser nächster Schritt zum echtem und bleibenden Frieden führen wird, der die Rechte der Menschen im Nahen Osten wahrt«, sagte Al-Sajani. Er bezeichnete den Besuch als »historisch«. An der Spitze der US-Delegation stand Finanzminister Steve Mnuchin, die israelische Delegation wurde vom Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat angeführt.

Israel sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain hatten Mitte September in Washington historische Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterschrieben. US-Finanzminister Mnuchin sprach gegenüber Reportern am Sonntag vom »außergewöhnlichsten Ergebnis der vergangenen 25 Jahre« im arabischen Raum. Die wirtschaftlichen Chancen der drei Staaten seien »gewaltig«. Von den arabischen Ländern hatten bisher nur Ägypten und Jordanien diplomatische Kontakte zu Israel.

SAUDI-ARABIEN Saudi-Arabien reagierte auf die Abkommen zurückhaltend. Das Königreich hat aber seinen Luftraum für Flugverbindungen zwischen Israel und den VAE sowie Bahrain freigegeben.

Im Gegenzug für die Vereinbarung mit den Emiraten will die israelische Regierung die Ausweitung der Souveränität im Westjordanland aussetzen. Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. dpa

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026

Hamburg

Er spionierte Josef Schuster und Volker Beck aus: Däne vor Gericht

Der Mann mit afghanischen Wurzeln soll im Auftrag des Iran spioniert haben

 22.06.2026

Bundeswehr

Fünf Jahre Militärrabbinat

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die Jüdische Militärseelsorge bereichere den Dienstalltag und schärfe die ethische Orientierung der Streitkräfte

 22.06.2026

Berlin

Pantisano entschuldigt sich für Faschismus-Vorwurf gegen CDU

Der neue Linken-Chef hat mit seiner Wortwahl über vermeintlich »faschistische Politik« der Union Empörung ausgelöst. Jetzt rudert er zurück

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

London

Britischer Premierminister Starmer kündigt Rücktritt an

Der Einzug seines größten Rivalen ins Parlament kostet Premierminister Keir Starmer das Amt. Der Labour-Chef hatte sich schon in den vergangenen Monaten von einer Krise zur nächsten gehangelt

 22.06.2026 Aktualisiert