Nahostkonflikt

»Israel muss iranische Rakete mit Atomsprengkopf fürchten«

Der Republikaner John Bolton gilt als Hardliner im Nahostkonflikt Foto: IMAGO/TT

Der frühere Nationale Sicherheitsberater und Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, John Bolton, hat vor einem möglichen Atomschlag des Iran gegen Israel gewarnt. »Israel muss jetzt befürchten, dass die nächste ballistische Rakete aus Iran einen Atomsprengkopf hat«, sagte Bolton im Interview mit der »Neuen Zürcher Zeitung«.

Es gebe allen Grund zu der Annahme, dass Nordkorea mit dem iranischen Regime bei der Urananreicherung zusammenarbeite.» Es sei nicht schwer, sich die Gleichung vorzustellen, sagt Bolton.

Auf der einen Seite stehe der Iran, ein ölreiches Land, das Atomwaffen anstrebe, auf der anderen das international isolierte Nordkorea, welches über die Technologie zur Urananreicherung verfüge und bereits sechs Atombomben getestet habe. «Nordkoreas Fortschritte in der Atomwaffenentwicklung haben auch Iran gefährlicher gemacht», sagte Bolton der NZZ.

In einem Interview mit dem «Tagesspiegel» hatte sich Bolton am Donnerstag skeptisch geäußert über die Möglichkeit eines Friedensschlusses zwischen Israel und dem Iran gezeigt. Die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung gebe es nicht. «Wir haben es hier mit mittelalterlichen, religiösen Fanatikern zu tun, die versuchen, Atomwaffen zu bekommen», meinte er in Bezug auf die Islamische Republik.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israels Gegenschlag auf den iranischen Angriff vom vergangenen Wochenende, so Bolton, müsse »sehr deutlich« sein. Dem »Tagesspiegel« sagte er weiter: »Ich halte es für falsch, nur in verhältnismäßigem Ausmaß Vergeltung zu üben, so, wie es viele gerade fordern. So gelingt keine Abschreckung.«

Der heute 76-jährige Bolton war während der Präsidentschaft von Donald Trump kurzzeitig Nationaler Sicherheitsberater der USA, überwarf sich dann aber mit Trump. In der Präsidentschaft von George W. Bush diente er als Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen in Washington und galt als einer der Architekten des umstrittenen Militäreinsatzes der Amerikaner 2003 gegen den Irak und dessen Diktator, Saddam Hussein. mth

Ina Czyborra

Berlin

Kein Antisemitismusbeauftragter vor der Abgeordnetenhauswahl

Das Auswahlverfahren für eine Ansprechperson an Hochschulen der Bundeshauptstadt ist vorerst gescheitert

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Interim

Christoph de Vries übernimmt zeitweise Amt von Felix Klein

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte Felix Klein wechselt als deutscher Vertreter zur OECD nach Paris. Bis seine Nachfolge geklärt ist, übernimmt der Parlamentarische Staatssekretär seine Aufgaben

von Anna Mertens  28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Diplomatie

Iran-Konferenz in Istanbul wird verschoben

Außenminister Wadephul wollte am Sonntag mit Kollegen unter anderem aus der Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten und Pakistan über die Lage in der Straße von Hormus reden. Daraus wird vorerst nichts

 28.08.2026

Golfregion

Irans Außenminister: »Druck funktioniert nicht«

Regionale Staaten haben eine neue Runde diplomatischer Bemühungen im Iran-Krieg begonnen. Teheran richtet eine Botschaft an die USA

 28.08.2026

Professor Lars Rensmann von der Universität Passau

Wissenschaft

Ist die AfD das »freundliche Gesicht« des Antisemitismus?

Das American Jewish Committee thematisiert in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse den Antisemitismus in der Alternative für Deutschland

 28.08.2026

Den Haag

Kriegsverbrecher Ratko Mladic gestorben

Er galt als ruchloser Kriegsverbrecher, der Zehntausende unschuldige Zivilisten auf dem Gewissen hatte. Jetzt ist Ratko Mladic tot, gestorben in einem Gefängniskrankenhaus

von Markus Schönherr  28.08.2026