Argentinien

Islamisten planten Anschläge auf jüdische Einrichtungen

In Argentinien wurden am Freitag sieben Islamisten festgenommen, weil sie Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen in der Provinz Mendoza im Westen des Landes geplant haben sollen.

Bei acht Razzien in den Wohnungen der Verdächtigen stellte die Bundespolizei zahlreiche Schusswaffen sicher, darunter Schrotflinten, Gewehre und Revolver. Die Fahnder konfiszierten auch mehrere Stichwaffen wie Dolche und Katanas, sowie salafistische Literatur.

Dem Sicherheitsministerium zufolge brachte der jüdische Dachverband Argentiniens (Delegación de Asociaciones Israelitas Argentinas, kurz: DAIA) die Ermittlungen ins Rollen. »Auslöser für die Ermittlungen war eine Beschwerde der Abteilung für Gemeinschaftshilfe der DAIA nach Drohungen gegen einen Journalisten der jüdischen Gemeinde in Mendoza«, teilte das Ministerium mit. »Die Agenten der Anti-Terror-Einheit der Bundesuntersuchungsbehörde identifizierten zunächst einen Mann, der die Angriffe verübte, und konnten dann den Rest der radikalisierten islamistischen Gruppe ausfindig machen.«

Nach den Massakern der Hamas vom 7. Oktober gab es auch gegen die DAIA und die jüdisch-argentinische Wohltätigkeitsorganisation AMIA Bombendrohungen. Ende Dezember musste deshalb das AMIA-Gemeindezentrum in Buenos Aires, in dem auch die DAIA ihren Sitz hat, geräumt werden. Jedoch wurden keine Bomben gefunden.

85 Menschen starben bei tödlichstem Anschlag auf jüdische Gemeinde

Die Vorfälle wecken in den jüdischen Gemeinden Erinnerungen an den schlimmsten antisemitischen Anschlag in der jüngeren Geschichte Argentiniens. Vor 30 Jahren, am 18. Juli 1994, explodierte vor dem AMIA-Gemeindezentrum eine Autobombe. 85 Menschen wurden getötet, Hunderte verletzt. Das Gebäude wurde vollständig zerstört.

Lesen Sie auch

Seit langem gilt das Mullah-Regime im Iran als Drahtzieher des Anschlags. Doch erst im April wurde der heutige iranische Innenminister Ahmad Wahidi von der argentinischen Regierung bei der internationalen Polizeibehörde Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Wahidi war zum Zeitpunkt des Anschlags Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, einer Elite-Einheit der Revolutionsgarden, die international Anschläge verüben. nko

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Florida

»Es geht um uns gegen den Juden«: Antisemitische Hetze im Wahlkampf

»Unsere Regierung ist nichts anderes als ein Werkzeug für jüdische Vorherrschaft«, schreibt der republikanische Vorwahl-Kandidat und Influencer Dan Bilzerian

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Geburtstag

Romani Rose wird 80: »Nie vergessen, zu welcher Unmenschlichkeit Menschen fähig sind«

Romani Rose kämpft gegen Vorurteile und Ausgrenzung. Der Minderheitenschutz ist für ihn eine tragende Säule der Demokratie. Nun wird der Heidelberger Bürgerrechtler 80 Jahre alt - und will weiter mitmischen

von Volker Hasenauer  13.08.2026

Meinungsfreiheit

Wenn Juden plötzlich Nazis sein sollen

Ein Gericht erklärt die Gleichsetzung von Hakenkreuz und Davidstern für zulässig. Kritiker sind irritiert

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Hamburg

Haftbefehl gegen AfD-Politiker wegen offener Böhmermann-Kosten

Maximilian Krah bezeichnete den Satiriker als »einen Widerling« und erklärte, er zahle deshalb »nur widerwillig«

 13.08.2026

Hamburg

Gericht erklärt Kritik an Claim für zulässig: Journalist darf NGO »unsaubere« Zahlen vorwerfen

Der Investigativjournalist Sascha Adamek darf der Organisation vorwerfen, bei der Erfassung antimuslimischer Vorfälle mit »unsauber« erhobenen Zahlen gearbeitet zu haben. Die Hintergründe

 13.08.2026

Meinung

AfD als Sicherheitsrisiko

Es ist die Pflicht jedes Einzelnen, unsere Verfassung zu verteidigen und ein Überprüfungsverfahren anzustrengen. Verbieten kann nur unser freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat

von Roderich Kiesewetter  13.08.2026