Soziale Medien

Hollywood stellt X-Accounts kalt

X hieß bis Juli 2023 Twitter. Foto: picture alliance / NurPhoto

Die großen Hollywood-Studios haben seit zehn Tagen keine neuen Beiträge mehr bei Elon Musks Online-Plattform X mehr veröffentlicht - und laut einem Medienbericht ist das kein Zufall. Die Medienunternehmen hätten die Entscheidung unter anderem getroffen, weil sie ein negatives Umfeld für ihre Marken befürchteten, berichtete der US-Sender CNN in der Nacht zum Dienstag. Offiziell wollten sich Vertreter der Studios wie Sony Pictures und Warner Bros. nicht äußern.

Es ist auffällig, dass die Accounts der Studios bei X (ehemals Twitter) seit dem 17. November keine neuen Beiträge mehr veröffentlichten. Solche Pausen sind sonst höchst ungewöhnlich, denn jede Woche kommen neue Filme heraus, für die auf Online-Plattformen mehr Aufmerksamkeit erzeugt werden muss.

Mitte November wurde das Ansehen von X aber gleich zwei Mal beschädigt. Besitzer Musk befürwortete einen Beitrag mit einer antisemitischen Verschwörungstheorie. Darin hieß es unter anderem, von jüdischer Seite werde »Hass gegen Weiße« verbreitet. Musk schrieb unter dem Beitrag, darin stehe die »tatsächliche Wahrheit«.

Millioneneinnahmen brechen weg

Außerdem zeigten Hassrede-Forscher auf, wie Anzeigen bekannter Marken neben Nazi-Inhalten auftauchten. X behauptete danach, die Organisation Media Matters for America habe durch wiederholtes Laden der Profile dafür gesorgt, dass die Werbung neben den Beiträgen angezeigt würde und zog vor Gericht.

Nach den beiden Vorfällen setzten mehrere große Unternehmen die Werbung bei X aus. Die »New York Times« berichtete am Wochenende unter Berufung auf interne Dokumente, der bereits mit Umsatzschwäche kämpfenden Plattform könnten dadurch bis Jahresende Erlöse von bis zu 75 Millionen Dollar wegfallen. X behauptete in einer Stellungnahme, es gehe lediglich um einen Betrag von rund elf Millionen Dollar.

Musk betonte in den vergangenen Wochen wiederholt, er sei kein Antisemit und wurde am Montag in Israel empfangen. Dort besuchte er unter anderem mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einen von der islamistischen Hamas am 7. Oktober überfallen Kibbuz. dpa

Berlin

Scholz warnt vor Offensive in Rafah

Die Bundesregierung hat Israels militärisches Vorgehen nach dem 7. Oktober unterstützt. Das ist vorbei

 26.02.2024

Alois Glück

Mitstreiter für Verständigung

Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist im Alter von 84 Jahren verstorben

 26.02.2024

Stiftungsgründung

Zentralrat der Juden ordnet Rabbinerausbildung neu

Das Abraham Geiger Kolleg und das Zacharias Frankel College sollen durch eine neue Trägerstruktur abgelöst werden - mit Unterstützung der staatlichen Zuwendungsgeber

 26.02.2024

Kulturpolitik

Nach Berlinale-Eklat: DIG-Präsident kritisiert Claudia Roths zögerliche Haltung im Kampf gegen Judenhass

Beck: »Ich bin schon sehr erstaunt. Von ihr habe ich noch kein Wort der Kritik gehört«

 26.02.2024

Berlinale

Zentralrat der Juden fordert Konsequenzen

Auch Politiker von Regierung und Opposition hatten die Äußerungen und die Reaktion des Publikums beim Abschluss des Filmfestivals kritisiert

 26.02.2024

Berlinale

Claudia Roth will »Vorkommnisse« bei Finale aufarbeiten

Das Festival müsse frei von Hass, Hetze, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit sein, so die Kulturstaatsministerin

 26.02.2024

USA

US-Soldat zündet sich vor Israels Botschaft in Washington an

Während der Tat habe er »Free Palestine!« gerufen, schreiben die »New York Times«

 26.02.2024

Berlin

Israels Botschafter: Antisemitische Rhetorik bei Berlinale

»Antisemitische und israelfeindliche Äußerungen« seien mit Applaus bedacht worden, schreibt der Diplomat

 26.02.2024

Berlin

Berlinale distanziert sich von Preisträger-Aussagen

Das Festival habe Verständnis dafür, dass diese »als zu einseitig empfunden wurden«, heißt es

von Weronika Peneshko  26.02.2024