Jüdische Journalisten

»Hochschulen dürfen kein rechtsfreier Raum werden«

Der Gründungsvorstand des JJJ (v.l.n.r.): Tamara Land (Schatzmeisterin), Gerald Beyrodt (Beirat), Katja Garmasch (Beirätin), Lorenz Beckhardt (Vorsitzender), Susanne Stephan (Vorsitzende) Foto: Joshua Schultheis

Der Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten hat sich besorgt über Berichte, die Leitung der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin habe in die Arbeit von Kollegen eingegriffen, gezeigt. »Hochschulen dürfen kein rechtsfreier Raum werden«, hieß es in einer Pressemitteilung am Sonntag.

Politische Aktionen und Demonstrationen der Studenten seien für die Öffentlichkeit von Belang, auch und gerade dann, wenn sie aus dem Ruder liefen und ein Klima des Hasses erzeugten. »Deswegen muss Journalistinnen und Journalisten Zugang zu hochschulöffentlichen Veranstaltungen gewährt werden.«

Lesen Sie auch

Unterstützer der palästinensischen Terrororganisation Hamas hatten am vergangenen Montag das Audimax der Alice Salomon Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf besetzt. Das ASH-Präsidium veröffentlichte eine Erklärung, in der es sich zwar gegen Terrorismus ausspricht, zugleich aber für Organisationen Partei ergreift, die Israels Vorgehen gegen den Terror verurteilen und juristisch verfolgen. Hochschul-Präsidentin Bettina Völter bezeichnete die Besetzer trotz ihrer Sympathiebekundungen für den Terror als »friedlich«.

Wer Medien behindert, zeigt ein vordemokratisches Verständnis von Öffentlichkeit.

Der Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten betont, dass die Feststellung der Hochschule, sie habe »das Recht von Studierenden auf Protest und Meinungsäußerung gewahrt« vor dem Hintergrund der Ereignisse erstaunlich wirke. »Presse- und Meinungsfreiheit ist ein universales Recht. Wer Medien behindert, zeigt ein vordemokratisches Verständnis von Öffentlichkeit und muss sich den Vorwurf der Zensur gefallen lassen.«

Der Zentralrat der Juden hatte bereits am Freitag die Besetzung und das Verhalten der Hochschule scharf kritisiert. »Was seit Beginn der Woche an der ASH in Berlin vor sich geht, ist skandalös«, erklärte dessen Präsident Josef Schuster. »Wenn eine Rektorin an ihrer Hochschule Terrorverherrlicher und Hamas-Liebhaber gewähren lässt und sie als weniger bedrohlich als unsere Polizei empfindet, ist das für mich völlig unverständlich.«

Die Berliner Hochschule ist nach der jüdischen Sozialreformerin Alice Salomon benannt ist, die 1937 von der Gestapo gezwungen wurde, Deutschland zu verlassen. ja

.

Washington D.C.

Trump droht mit Angriff: Was über »Pickaxe Mountain« bekannt ist

Den Berg, der eine Atomanlage beherbergt, bezeichnet der US-Präsident als mögliches Ziel für einen »großen, fetten« Angriff

 14.07.2026

Osnabrück/Doha

Iron-Dome-Deal zwischen Israel und VW droht an Katar-Veto zu scheitern

Ein Verteidigungsdeal mit Israel und Hunderte Arbeitsplätze am VW-Standort Osnabrück sind in Gefahr, da der katarische Staatsfonds blockiert

 14.07.2026

Washington D.C.

USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?

Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?

von Franziska Spiecker, Khang Mischke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Streit um Israel-Sanktionen: Kritik an Wadephul aus der SPD

In der EU wird über den Umgang mit der israelischen Siedlungspolitik gerungen. Der Bundesaußenminister tritt bei Sanktionen auf die Bremse. Das kommt beim Koalitionspartner gar nicht gut an

 14.07.2026

Nahost

USA greifen iranische Verteidigungssysteme an, Teheran attackiert Tanker

US-Präsident Donald Trump über die Straße von Hormus: »Ich glaube, am Ende werden wir die gesamte Passage kontrollieren.«

 14.07.2026

Brüssel

900 Millionen Euro Herzenswärme

Knapp eine Milliarde Euro soll für den Wiederaufbau in den Gazastreifen gehen. Dass die Mittel am Ende tatsächlich nur in die zivile Infrastruktur fließen, ist zweifelhaft

von Michael Thaidigsmann  13.07.2026

Studie

Judenhass ist »alltagsprägend« - auch in Baden-Württemberg

Antisemitische Vorfälle in Baden-Württemberg wurden 2025 erstmals systematisch ausgewertet. 335 wurden registriert. Es gab sie im Alltag von Jüdinnen und Juden wie in Sozialen Medien - und sogar im Bildungssektor

von Norbert Demuth  13.07.2026

Berlin

Studentenparlament der Humboldt-Universität fordert akademischen Boykott Israels

In einem Antrag wird die Uni aufgefordert, bestehende Kooperationen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu beenden

 13.07.2026