Antizionismus

Grüner gegen Umweltschutz

Bonner Oberbürgermeister wegen Unterstützung von KKL attackiert

von Roland Kaufhold  16.10.2012 15:07 Uhr

Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch Foto: dpa

Bonner Oberbürgermeister wegen Unterstützung von KKL attackiert

von Roland Kaufhold  16.10.2012 15:07 Uhr

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) wollte sich auch durch eine Briefkampagne nicht davon abhalten lassen, die Schirmherrschaft über eine Kunstauktion des Jüdischen Nationalfonds (JNF-KKL) zu übernehmen. Also wandte er sich Ende September in der Bonner Kirche St. Remigius an das Publikum: »Ich wollte nachfragen, ob einige der Briefeschreiber anwesend sind.«

Eine ältere Dame meldete sich: die ehemalige Lehrerin Edith Lutz. »Da nur einer der Kritiker anwesend ist«, sagte Nimptsch, »stehe ich Ihnen nach meiner Eröffnungsrede für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.« Frau Lutz, in Bonn bekannt als überzeugte Israelfeindin, die sich gerne als Jüdin vorstellt, ohne es zu sein, verließ wutschnaubend den Saal.

Auktion Eine Besichtigung der 80 Kunstwerke verletzte offenbar ihre Gefühle. Es gab nämlich an diesem Tag in der Remigiuskirche sowie im Institut für Migrationsforschung jüdische Kunst zu sehen: Auf Einladung des JNF-KKL sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft waren viele Interessierte gekommen. Doch die Auktion, die zum Israel-Tag gehörte, der wiederum Teil der Interkulturellen Woche war und auch von der Jüdischen Gemeinde Bonn unterstützt wurde, ist in der früheren Bundeshauptstadt umstritten.

Nun soll sich sogar der Bonner Integrationsrat gegen das Engagement von OB Nimptsch aussprechen: Eine »Große Anfrage«, gestellt von drei Vertretern der Migrantenpartei BIG und einem Mitglied der Grünen, fordert Nimptsch nachträglich auf, die Schirmherrschaft aufzugeben, denn JNF-KKL, die größte Umweltschutzbewegung Israels, sei eine dem Frieden »direkt zuwider handelnde Organisation«.

Dass auch das Grünen-Mitglied El Saman die Anfrage unterstützt, stößt bei seinen Parteikollegen auf Unverständnis. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Rolf Beu verweist darauf, dass nicht einmal die ordentlichen Mitglieder der Grünen im Integrationsrat vom Antragsteller vorab konsultiert worden seien – »was zumindest sehr unüblich ist«. Der Israel-Tag fand in Bonn trotz der Proteste statt. Und von Edith Lutz, der selbst ernannten Jüdin, distanzierte sich sogar die winzige Gruppe »Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost«, die oft bei antiisraelischen Aktionen auftaucht.

Studie von RIAS Bayern

Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz

Mehr als die Hälfte aller dokumentierten antisemitischen Vorfälle zeichnet sich durch einen Bezug auf die Schoa aus

 28.09.2022

Universität

Israelische und deutsche Studenten unterzeichnen Resolution

Vertreter aus beiden Ländern fordern mehr Einsatz gegen Antisemitismus – und ein Ende der universitären Kooperationen zwischen Deutschland und dem Iran

von Joshua Schultheis  28.09.2022

Baden-Württemberg

»Achgut« erzielt vor Gericht Teilerfolg gegen Michael Blume

Verwaltungsgericht Stuttgart rügt Tweet des Antisemitismusbeauftragten

 28.09.2022

Interview

»Kanonenfutter für Putin«

Der israelische Historiker Samuel Barnai über die Folgen von Putins Teilmobilisierung und der Scheinreferenden in den besetzten ukrainischen Gebieten

von Michael Thaidigsmann  28.09.2022

Fall Gil Ofarim

Landgericht äußert sich erstmals zur Kritik von Anwälten des Musikers

Die Verteidiger des Musikers hatten schwere Vorwürfe gegen das Gericht erhoben

von Katharina Rögner  25.09.2022

Sachsen-Anhalt

Kritik an Marathon-Route in Halle am Jahrestag des Synagogenanschlags

Landesnetzwerk Migrantenorganisationen (Lamsa): »Diese Überschneidung macht uns fassungslos«

 23.09.2022

Würzburg

Josef Schuster wird erneut kandidieren

Die Ratsversammlung des Zentralrats der Juden findet am 27. November in Frankfurt statt

 23.09.2022

Berlin

Stolperstein-Initiator fordert Aufklärung von Auswärtigem Amt

Die NS-Vergangenheit mehrerer Diplomaten müsse aufgearbeitet werden

 23.09.2022

Deutschland

Gil Ofarims Anwälte erheben schwere Vorwürfe gegen Leipziger Justiz

Es solle ein öffentlichkeitswirksamer »Schauprozess« durchgeführt werden, so die Anwälte des Musikers

 22.09.2022