Stutthof-Prozess

Gericht will Überlebende aus Israel hören

Justizbeamte sichern vor dem Prozess gegen die 96-jährige ehemalige Sekretärin des SS-Kommandanten des KZ Stutthof den Gerichtssaal. Foto: picture alliance/dpa/AP-POOL

Im Prozess gegen eine ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof will das Landgericht Itzehoe heute (ab 10 Uhr) einen Überlebenden des Lagers bei Danzig hören. Der 94 Jahre alte Nebenkläger Abraham Koryski lebt in Israel und soll per Videoschalte aussagen.

Angeklagt ist die 96 Jahre alte Irmgard F. Sie soll von Juni 1943 bis April 1945 als Zivilangestellte in der Kommandantur des deutschen Konzentrationslagers gearbeitet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, durch ihre Schreibarbeit Beihilfe zum systematischen Mord an über 11.000 Gefangenen geleistet zu haben.

Koryski hatte bereits Ende 2019 im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann in Stutthof von seinen Erlebnissen berichtet. Demnach war er 1944 als 16-Jähriger zusammen mit anderen Juden aus Litauen in das KZ deportiert worden. Anfang 1945 hatte er mit Tausenden Gefangenen einen Todesmarsch Richtung Westen überlebt, bis ihn die sowjetische Armee befreite. dpa

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