Meinung

Gemeinsam gescheitert

»Bekenntnis für die Werte in Deutschland und des DFB«: Makkabi-Präsident Alon Meyer Foto: Rafael Herlich

In der Debatte um Mesut Özil und den Deutschen Fußball-Bund gibt es nur noch Verlierer und großes Durcheinander. Rollt man den Fall aber unvoreingenommen von vorne auf, kommt man zwangsläufig zu einem klaren Urteil.

Özil ist als internationaler Fußballstar Vorbild für Millionen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in der Türkei. Mit seiner Entscheidung für die deutsche und gegen die türkische Nationalmannschaft im Jahr 2007, und damit verbunden mit der Niederlegung der türkischen Staatsbürgerschaft, war zwangsläufig auch das Bekenntnis für die Werte in Deutschland und des DFB verbunden. Sollte man meinen. Sein Bild mit Recep Tayyip Erdogan aber zeigte das Gegenteil.

Diktator In der derzeitigen Debatte wird oft unterschlagen, dass Erdogan ein laizistisches Land Stück für Stück in eine islamische Diktatur verwandelt hat. Es wird vergessen, dass derzeit kein Land so viele Journalisten inhaftiert wie die Türkei. Kein kritisches Wort darüber von Mesut Özil.

Nebensächlich ist dabei, dass der Fußballer sich für den Wahlkampf hat instrumentalisieren lassen. Unbedeutend ist auch, dass Özil anscheinend nichts Politisches in dem gemeinsamen Foto sah. Völlig daneben ist jedoch, dass Özil den Vergleich mit führenden internationalen Politikern zieht.

Wäre es tatsächlich die Missachtung der »Wurzeln meiner Vorfahren« gewesen, wie Özil selbst schreibt, auf dieses Bild zu verzichten? Und sind das etwa das »Erbe« und die »Familientradition«, mit der Özil das Foto begründet? Wenn dem so ist, dann hat ein Özil keinen Platz in der Mannschaft.

Schweigen Auch der DFB hat Fehler gemacht. Er hätte eine Klärung noch vor der WM einfordern müssen. In jedem Fall hätte der DFB wegen Özils andauerndem Schweigen auf ihn verzichten sollen. Zudem hätte sich der DFB angesichts der heftigen rassistischen Beleidigungen gegen Özil vor den Spieler stellen müssen, denn nichts rechtfertigt diese Form der Hetze.

Das hätte man sich auch von seinen Mannschaftskollegen gewünscht. Auch dieses Schweigen auf Seiten der Verbandsspitze und der Mannschaft hat am Ende allen geschadet.

Der Autor ist Präsident von Makkabi Deutschland.

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026