Berlin

Gedenken an 7. Oktober auch in Deutschland

Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Ein halbes Jahr nach dem Massaker der Hamas in Israel ist auch in Deutschland an die Toten, Verletzten und die Geiseln erinnert worden. Zugleich machten Hilfsorganisationen und andere Akteure auf die Notlage von Zivilisten im Gazastreifen aufmerksam. Nach den Massakern des palästinensischen Terrors am 7. Oktober hatte Israel dort eine großangelegte Militäroperation begonnen, die bis heute anhält.

»Es ist der 7. April 2024. Das heißt: sechs Monate Tod und Ungewissheit - noch immer sind über 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas. Die Hamas hat mit ihrem barbarischen Terror unsägliches Leid über unschuldige Menschen gebracht«, schrieb der Zentralrat der Juden in Deutschland am Sonntag auf der Plattform X.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, verlangte verstärkten diplomatischen Druck auf Katar und die Hamas. Die Geiseln müssten sofort freigelassen werden, hierbei sei auch die deutsche Außenpolitik gefordert. Beck lenkte den Blick auch in den Gazastreifen: Die Staatengemeinschaft und Israel hätten gemeinsam die Verantwortung, dass die Zivilbevölkerung nicht unverhältnismäßig leide. Für die Versorgung der Menschen müsse mehr getan werden.

Versorgung durch UNHCR

»Das perfide Kalkül der Hamas ist, mit möglichst hohen Opferzahlen die Akzeptanz der Selbstverteidigungsanstrengungen Israels zu delegitimieren«, so Beck. »Die Staatengemeinschaft ist gefordert, die Flucht der Zivilbevölkerung aus dem Kriegsgebiet zu ermöglichen und sie in Sicherheit zu versorgen.« Ägypten müsse die Grenze öffnen, und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) müsse die Bevölkerung aus dem Gazastreifen auf dem Sinai bis zum Ende der Kämpfe versorgen, forderte Beck.

Am Sonntag hatte die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg auf dem Sderotplatz im Berliner Stadtteil Zehlendorf eine Kundgebung für die Opfer der Hamas organisiert, an der etwa 150 Menschen teilnahmen. Die Stadt Sderot in unmittelbarer Nähe des Gazastreifens war am 7. Oktober Schauplatz von Kämpfen mit den Hamas-Terroristen. Sderot ist seit 1975 Partnerstadt von Zehlendorf.

Auch der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, blickte auf den Gazastreifen: »Das ganze Leid - die Tötung von Zivilisten, auch von Mitarbeitenden internationaler Hilfsorganisationen - ist schwer erträglich«, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vergessen werden dürfe allerdings nicht, dass die israelische Militäroperation von dem terroristischen Angriff der Hamas am 7. Oktober ausgelöst worden sei, betonte Klein. kna/ja

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