Meinung

Flüchtige Freiheit

Flüchtlingsboot im Mittelmeer Foto: UNHCR

Die arabische Welt bewegt sich. Immer mehr Menschen wollen in den Genuss von Freiheit kommen, die ihnen seit Jahrzehnten verwehrt wird. Doch die Freiheit, die das unterdrückte Volk meint, hat nicht zwingend etwas mit hiesigen Vorstellungen von Demokratie zu tun. Den Aufständischen geht es um Elementares: Brot und Arbeit. Sie wollen ihr Auskommen haben, sehnen sich nach einer soliden wirtschaftlichen Grundlage, nach einem besseren Leben. Wir hier im Wohlstandswesten müssen ihnen das ermöglichen. Nicht mit Juristen, die Verfassungen schön wortreich formulieren können, sondern durch Entwicklungshilfe im elementarsten Sinne des Wortes. Deutschland steht, nachdem es sich im Kampf gegen Gaddafi nicht die Hände schmutzig machen mochte, besonders in der Pflicht.

Lampedusa Weder in Tunesien noch in Ägypten, geschweige denn in Libyen oder im Jemen, gibt es derzeit eine Zukunftsperspektive. Deshalb machen sich die Verzweifelten auf den Weg nach Europa. Sie fliehen Richtung vermeintlichem Wohlstand. Doch was sie finden, ist Not und Elend. Lager wie auf Lampedusa, die kaum mehr zu bieten haben als katastrophale Zustände und niederschmetternde Perspektivlosigkeit. Die arabische Welt bewegt so auch uns, ganz unmittelbar. Schon ist von »Flüchtlingsströmen« die Rede.

Eine Art Naturgewalt also, die es zu bändigen gilt und der die Festung Europa trotzen muss. Doch das wird nicht gelingen. Was kann schon diejenigen aufhalten, die zu allem entschlossen sind, weil ihre Heimat nur Hoffnungslosigkeit bietet? Genau das muss sich ändern. Aufbau Ost war gestern, heute braucht es Aufbau Süd, den der Westen bewerkstelligen muss. Aus Mitmenschlichkeit. Und aus eigenem Interesse. Damit wir uns nicht vor armen Flüchtlingen fürchten müssen.

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026