Hannover

Felix Klein: Jüdisches Leben auch europaweit vorstellen

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Foto: Marco Limberg

Die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern beraten auf ihrem nächsten gemeinsamen Treffen europäische und kulturelle Themen. Die Bund-Länder-Kommission (BLK) zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens tagt am Mittwoch und Donnerstag in Hannover.

»Wir wollen den Schwung aus dem Festjahr zu ›1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‹ weitertragen«, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dieser Schwung solle sich auch auf europäischer Ebene fortsetzen. Ähnliche Überlegungen hatte es auch aufseiten des für das Festjahr zuständigen Vereins gegeben.

GESPRÄCHE »Menschen in der EU haben mit Interesse verfolgt, was wir während des Festjahres an Veranstaltungen in Deutschland gemacht haben«, erklärte Klein. Er könne sich eine Nichtregierungsorganisation vorstellen, die von Brüssel aus Aktivitäten organisiere, um in Europa jüdisches Leben, Tradition, Religion und Kultur vorzustellen. Es liefen bereits Gespräche mit der deutschen Vizepräsidentin des Europaparlaments, Nicola Beer (FDP). An dem Treffen in Hannover wird Klein zufolge auch ein Vertreter der Europäischen Grundrechteagentur teilnehmen.

Klein wirbt zudem dafür, dass das Thema Antisemitismus regelmäßig in einer EU-Ratsarbeitsgruppe behandelt wird, die sich alle sechs Monate mit Strategien gegen Antisemitismus befassen soll. So stünden etwa Tschechien und Österreich dieser Initiative aufgeschlossen gegenüber.

RIAS Ebenfalls in Hannover werde der geschäftsführende Vorstand des Rias-Bundesverbands, Benjamin Steinitz, anwesend sein, kündigte Klein an. Bei dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) können Menschen antisemitisch motivierte Vorfälle melden, unabhängig davon, ob sie eine Straftat sind oder nicht - von verletzendem Verhalten und Bedrohungen bis hin zu Angriffen und Gewalt. Die Meldestellen erfassten für 2021 insgesamt 2738 registrierte judenfeindliche Vorfälle; 2020 waren es 1957. Klein zufolge soll es nun auch in Österreich und Polen möglich sein, wie bei Rias in Deutschland entsprechende Vorfälle zu melden.

Geplant ist zudem ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen Gemeinde in Hannover. kna

Serie

»Holocaust«-Serie: Wendepunkt der deutschen Erinnerungskultur

Vor 47 Jahren wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die US-Serie »Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss« ausgestrahlt. Der damals verantwortliche Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel erinnert sich an Widerstände und weinende Anrufer

von Jonas Grimm  26.01.2026

Schleswig-Holstein

Vandalismus an Synagogen-Mahnmal in Kiel sorgt für Entsetzen

Zertretene Blumen und Kerzen: Politiker verurteilen die Verwüstungen des Synagogen-Mahnmals in Kiel - und sprechen von einem feigen Akt

 26.01.2026

Berlin

Geschichte jüdischer Politiker: Bundestag zeigt neue Ausstellung

Tagebücher, Videos und Briefe: Eine neue Ausstellung im Bundestag zeigt die Biografien jüdischer Politiker. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer Überlebenden des Holocaust

von Nikolas Ender  26.01.2026

Tova Friedman mit Enkel Aron Goodman

Mahnung

Überlebende Friedman über AfD: Ich möchte sie konfrontieren

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman wird am Mittwoch im Bundestag sprechen. Bewusst teilt sie ihre Erinnerungen öffentlich - um aufzuklären und deutlich zu machen, dass sich Juden nie wieder verstecken dürften

 26.01.2026

Berlin

Mehr Störungen an NS-Gedenkstätten

In Gästebüchern wird immer öfter eine Tonlage »im Grenzbereich zwischen antisemitischen und israelfeindlichen Inhalten« registriert

 26.01.2026

Essay

Zynische Umdeutung der Geschichte

Der Holocaust ist zur moralischen Währung geworden – und wird nun gegen die Juden selbst verwendet

von Johannes C. Bockenheimer  26.01.2026

Interview

»Den Worten müssen Taten folgen«

Ron Prosor über das Holocaust-Gedenken am 27. Januar, die Bedrohung jüdischen Lebens, den Zustand des deutsch-israelischen Verhältnisses und seine Position als Botschafter in Berlin

von Detlef David Kauschke  26.01.2026

New York

Columbia University beruft Jennifer Mnookin zur neuen Präsidentin

Die jüdische Rechtswissenschaftlerin übernimmt, nachdem in den vergangenen zwei Jahren zwei Präsidenten zurückgetreten waren – wegen ihres unzureichenden Umgangs mit Antisemitismus auf dem Campus

 26.01.2026

Berlin

Holocaust-Überlebende: Verteidigen Sie die Demokratie

Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz formuliert Eva Umlauf einen dringlichen Appell. Darin geht es auch um die AfD

 26.01.2026