Antisemitismus

Felix Klein fordert Beauftragte in allen Ländern

Als »Israelkritik« verpackter Antisemitismus: »Al-Quds«-Tag in Berlin (2015) Foto: imago

Vor einem Bund-Länder-Treffen an diesem Montag in Heidelberg hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, alle Bundesländer dazu aufgerufen, eigene Beauftragte für Strategien gegen Judenhass zu berufen.

Maßnahmen könnten dadurch rascher und koordinierter umgesetzt werden, sagte Klein dem Evangelischen Pressedienst (epd). »Wenn wir hier gemeinsam vorgehen, sind wir einfach besser«, betonte er.

BEDARF Die große Zahl von Anfragen an die bisherigen Beauftragten zeige, wie groß der Bedarf ist, erklärte der Bundesbeauftragte. 80 Prozent der in Betracht kommenden Maßnahmen lägen im Zuständigkeitsbereich der Länder, etwa in den Bereichen Schule und Polizei. Bislang haben nach Kleins Angaben acht Länder eigene Beauftragte gegen Antisemitismus benannt: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

»Wenn wir hier gemeinsam vorgehen, sind wir einfach besser«, sagt Klein.

Beim Treffen am Montag in der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg soll die Gründung der Bund-Länder-Kommission zur Antisemitismusbekämpfung auf den Weg gebracht werden. Nach Kleins Angaben beteiligen sich alle Bundesländer daran. Die Kommission war ein Wunsch des Bundestags, der vor gut einem Jahr auch die Berufung eines Antisemitismusbeauftragten gefordert hatte. Die neue große Koalition hatte Klein in dieses Amt berufen. Am 1. Mai 2018 trat er die neu geschaffene Stelle im Bundesinnenministerium an.

In Heidelberg soll die Gründung der Bund-Länder-Kommission zur Antisemitismusbekämpfung auf den Weg gebracht werden.

Klein erhofft sich bei der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern auch einen Austausch von Best-Practice-Beispielen. »Wir werden in Heidelberg auch über den Aufbau eines bundesweiten Meldesystems für antisemitische Vorfälle sprechen«, kündigte er an.

BETROFFENE Eine echte Hilfe erreiche man für Betroffene nur mit gemeinsamen Standards. Die Kommission solle künftig alle sechs Monate tagen, sagte Klein.

Hierfür soll ein Vertrag geschlossen werden. »Ich bin optimistisch, dass wir das in der ersten Jahreshälfte 2019 schaffen werden«, sagte Klein und ergänzte: »Der besorgniserregenden Entwicklung von Judenhass in Deutschland müssen wir in Politik und Gesellschaft jetzt rasch überzeugende und abgestimmte Maßnahmen entgegensetzen.«  epd

Analyse

»Der Iran hat nicht die Schlagkraft«

Das iranische Regime kann den Angriffen von Israel und den USA aus Sicht des Politologen Maximilian Terhalle militärisch wenig entgegensetzen - und durchaus gestürzt werden

 28.02.2026

Interview

»Die Chance auf Regimewechsel im Iran liegt bei 5 Prozent«

Der Sicherheits- und Terrorismusexperte Peter R. Neumann ist skeptisch, dass der von Israel und den USA gewünschte Fall des Regimes im Iran durch die Militäraktion erreicht werden kann

von Michael Thaidigsmann  28.02.2026

Deutschland

»Freiheit für Iran« – Demonstrationen in mehreren deutschen Städten

Angesichts der Militärschläge gegen den Iran gingen in Deutschland mehrere Tausend Exil-Iraner auf die Straße. Sie hoffen auf den Sturz des Mullah-Regimes

 28.02.2026

Deutschland

Merz verurteilt Verhalten der iranischen Führung

Nach Beginn der gemeinsamen Militäroperation der USA und Israel gegen den Iran eskaliert die Lage im Nahen Osten. Der Bundeskanzler richtet eine deutliche Mahnung an die Regierung in Teheran

 28.02.2026

Deutschland

Höhere Sicherheitsmaßnahmen nach Angriff auf Iran

Hessen verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Laut Innenministerium betrifft dies besonders jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen

 28.02.2026

Iran-Krieg

Reaktionen auf den Angriff gegen Iran: Besorgnis, Verurteilung und Zustimmung

Während sich Kanada und die Ukraine klar hinter die USA stellen, überwiegen sonst eher Kritik, Zweifel und Warnungen

von Imanuel Marcus  28.02.2026

Kommentar

Es war überfällig - und unausweichlich

Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben ihre Versprechen gehalten: Sie haben uns Iraner nicht allein gelassen. Ein Gastkommentar aus der persischen Diaspora

von Saba Farzan  28.02.2026

Sachsen-Anhalt

Landespolizei verstärkt Schutz jüdischer Einrichtungen

Nach den Militärschlägen im Nahen Osten rückt die Polizei den Schutz jüdischer Einrichtungen in den Fokus. Das Innenministerium spricht von höchster Priorität

 28.02.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert