Berlin

Fachtagung zum Feiertagsrecht aus jüdischer Perspektive

Gehört inzwischen fest zur Humboldt-Universität: Die Berliner Studien zum Jüdischem Recht Foto: picture alliance / dpa

Das Tikvah Institut lädt am Dienstag in Berlin zu einer »öffentlichen juristischen Fachtagung« ein – zu einem Thema, das in der jüdischen Community weiterhin höchst relevant ist: das Feiertagsrecht.

»Jüdische Arbeitnehmerinnen und jüdische Studenten kämpfen im Alltag um den Respekt für ihre Religionspraxis am Schabbat und an anderen hohen jüdischen Feiertagen, weil in den einschlägigen Gesetzen nicht steht, was der Jüdinnen und Juden gutes verfassungsrechtlich garantiertes Recht ist«, heißt es in der offiziellen Ankündigung zu dem Event.

»Das macht Jüdinnen und Juden im Alltag zu Bittstellerinnen, obwohl sie doch eigentlich grundrechtlich Berechtigte sind.«

Bewältigung einer Lebenslage

Im Alltag gewähren laut Tikvah Institut weder die Gesetzgebung noch die Rechtspraxis, was im Grundsatz längst geklärt ist, nämlich das »Recht des Einzelnen, sein gesamtes Verhalten an den Lehren seines Glaubens auszurichten und seiner inneren Glaubensüberzeugung gemäß zu handeln. Dies betrifft nicht nur imperative Glaubenssätze, sondern auch solche religiösen Überzeugungen, die ein Verhalten als das zur Bewältigung einer Lebenslage richtige bestimmen.«

»Wir meinen: Das darf nicht so bleiben!«, so die Organisatoren der Fachtagung. »Es muss die Freiheit der Jüdinnen und Juden sein, (zu entscheiden,) wie weit sie den überlieferten Glaubensvorstellungen ihrer Religion folgen wollen.«

Bei dem Event sollen sich in diesem Zusammenhang aufdrängende Fragen geklärt werden: Wie können Landesgesetze der jüdischen Feiertagsruhe besser Rechnung tragen? Was gilt es für Gesetzgeber bei der Respektierung der Religionsfreiheit für die Arbeitsruhegebote an Schabbat und anderen jüdischen Feiertagen zu beachten? Welche Spielräume haben hierbei öffentliche Institutionen wie Hochschulen?

Juristen und Politiker

Juristen und Politiker werden als Redner zu der Fachtagung mit dem Titel »RELIGIONsFREIheit: Jüdische Feiertagspraxis und juristische Perspektiven« erwartet. Das Tikvah Institut veranstaltet sie in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und Neuere Rechtsgeschichte der Humboldt-Universität sowie der Experteninitiative Religionspolitik.

Am Dienstag beginnt die Tagung mit Einführungen von Martin Heger von der Humboldt-Universität und dem Geschäftsführer des Tikvah Instituts, Volker Beck. Es folgen Vorträge zum Thema von Doron Rubin (Amtsgericht Pankow & Kahal Adass Jisroel e. V.) und Christian Waldhoff (Humboldt-Universität).

Zwei Podiumsdiskussionen

Am frühen Abend sind schließlich zwei Podiumsdiskussionen vorgesehen. Die Themen: »Staatsexamen, Schulprüfung, Schabbat: Jüdisches Leben in den Bildungseinrichtungen« sowie »Berliner Landesgesetze und jüdisches Feiertagsrecht«.

Beteiligt sind Katharina Günther-Wünsch, die Berliner Bildungssenatorin, Julia von Blumenthal, die Präsidentin der Humboldt-Universität, Paul Fresdorf (FDP), Timur Husein (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, CDU) und Susanna Kahlefeld (MdA, Bündnis 90/Die Grünen). im

»RELIGIONsFREIheit: Jüdische Feiertagspraxis und juristische Perspektiven«, öffentliche Fachtagung
4. Juni 2024, 18:00 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin, Senatsaal, Unter den Linden 6, Berlin

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