Verteidigung

»Es ist ein historischer Moment«

Für Luftkampfübungen und ein gemeinsames Gedenken sind erstmals Kampfflugzeuge der israelischen Luftstreitkräfte in Deutschland gelandet. Die Maschinen trafen am Montag auf dem Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen ein, wie die Luftwaffe mitteilte.

»Die sechs F-16 Flieger nehmen in den nächsten zwei Wochen an den Übungen BlueWings2020 und MAGDAYs teil«, schrieb die Teilstreitkraft der Bundeswehr auf Twitter.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Maschinen und ihre Besatzungen sind auch zu einem symbolträchtigen Erinnern verlegt worden. Zum Gedenken an das Olympiaattentat von 1972 soll eine deutsch-israelische Formation am Dienstag zunächst den bayerischen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck überfliegen.

ATTENTAT Dort war im Jahr 1972 nach dem Attentat arabischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft ein schlecht geplanter Befreiungsversuch der deutschen Polizei mit dem Tod von neun der Geiseln katastrophal gescheitert - Anlass für die Gründung der Spezialeinheit GSG 9.

»Der Rückflug führt am Stadtrand von Dachau vorbei. Im Anschluss legt die deutsch-israelische Delegation in der dortigen KZ-Gedenkstätte einen Kranz nieder und gedenkt der Opfer des Holocausts sowie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft«, hatte die Luftwaffe in der vergangenen Woche erklärt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Einladung war vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, bei seinen letzten Besuchen in Israel ausgesprochen worden. Deutsche Militärpiloten waren schon in den Jahren 2017 und 2019 zu Übungen in Israel.

KONSEQUENZ »Nach dem Menschheitsverbrechen der Schoa ist es ein bewegendes Zeichen unserer heutigen Freundschaft, dass wir erstmals in unserer Geschichte Seite an Seite mit der Israelischen Luftwaffe fliegen«, hatte Gerhartz im Vorfeld des israelischen Besuchs erklärt. »Das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ist uns heute Auftrag, Antisemitismus mit aller Konsequenz zu bekämpfen.«

Militärisch werden die Gäste in der ersten Woche vor allem mit den deutschen Verhältnissen vertraut gemacht. In Israel kontrolliert das Militär selbst den Luftraum, in Deutschland ist eine zivile Flugsicherung zuständig, auch wenn Teile des »Himmels über Deutschland« in den nächsten Tagen den Übungen vorbehalten sind.

Zudem: Deutschland ist dicht besiedelt und wird eng getaktet überflogen. In der zweiten Wochen kommen die Ungarn mit dazu, um multinational Luft-Luft-Übungen - mal sind die Piloten Angreifer, mal Verteidiger - zu fliegen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

SICHERHEIT Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt erklärte am Montag: »Für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ist die erste deutsch-israelische Militärübung auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ein Zeichen der tiefen Freundschaft und Verbundenheit zwischen unseren Ländern.« Israel sei Deutschlands einziger demokratischer Sicherheitspartner im Nahen Osten.

Als einen »historischen Moment« bezeichnete das Verteidigungsministerium die Anreise der Israelis am Montag. Militärexperten wiesen auf die in den vergangenen Jahren enger gewordene militärische Zusammenarbeit mit Israel hin. So beschafft Deutschland dort die neue Drohne Heron TP und lässt auch die Bedienungsmannschaften in Israel schulen.

Saarland

»Beschämender Anstieg«

Die Zahl antisemitischer Straftaten hat sich laut Lagebild Verfassungsschutz 2021 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt

 09.12.2022

Amtsgericht Heidelberg

Burschenschafter wegen antisemitischen Angriffs verurteilt

Drei Männer erhielten Bewährungsstrafe – sie hatten 2020 einen Studenten antisemitisch beleidigt und geschlagen

 09.12.2022

Terror

Drahtzieher Iran?

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu drei mutmaßlichen Anschlägen auf Synagogen übernommen

von Michael Thaidigsmann  08.12.2022

Weimar

Hinter jedem Baum ein Mensch

Institutionen und Vereine aus ganz Deutschland pflanzen weitere Bäume für das Gedenkprojekt »1000 Buchen«

 07.12.2022

Terrorismus

Josef Schuster: »Das Ausmaß dieses Netzwerkes ist erschütternd«

Der Zentralratspräsident sieht angesichts der Terrorvorwürfe gegen sogenannte Reichsbürger eine reale Gefahr von rechts

 08.12.2022 Aktualisiert

WM in Katar

Palästina-Fahne bei Marokko-Jubel

Nach ihrem Sieg über Spanien zeigten die marokkanischen Spieler nicht nur ihre eigene Nationalflagge

 08.12.2022 Aktualisiert

Abraham Geiger Kolleg

Schwere Vorwürfe

Vorläufiger Untersuchungsbericht beschreibt Fehlverhalten von Rabbiner Walter Homolka

von Detlef David Kauschke  07.12.2022 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat: Juden und Muslime Brücke für Ukraine-Flüchtlinge

Josef Schuster betont Leistung der Gemeinden bei der Aufnahme der vielen Geflüchteten

 07.12.2022

USA

Regierung will Kampf gegen Antisemitismus verschärfen

Jüdische Vertreter sind zu einem Gespräch über Judenhass ins Weiße Haus eingeladen

 06.12.2022