Baden-Württemberg

Erster koscherer Wein von Staatsgut

Die Ernte der Trauben bei Weinsberg Foto: Ralf Seidel

Die ersten Flaschen mit koscherem Wein von einem baden-württembergischen Staatsgut sind am Mittwoch abgefüllt worden.
»Dieses Projekt soll das gute Miteinander der jüdischen Gemeinde und dem Land symbolisieren, Brücken bauen und der Weinbranche gleichzeitig als Impuls dienen«, sagte der baden-württembergische Ernährungsminister Peter Hauk (CDU).

Der Wein wurde nach jüdischen Speiseregeln an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg bei Heilbronn angebaut und gekeltert. Es handelt sich um einen Riesling, der unter dem Label »Le Chaim - Auf das Leben!« vertrieben wird und ab April im Staatsweingut verfügbar ist.

Sakrale Bedeutung Landesrabbiner Moshe Flomenmann von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und Rabbiner Yehuda Pushkin von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg äußerten sich zuversichtlich, dass das Projekt einen wichtigen Baustein für das jüdische Leben in Baden-Württemberg darstelle. »Gerade der Wein besitzt in unseren beiden Religionen eine hohe sakrale Bedeutung und verbindet unsere Kulturen«, sagte Pushkin.

Für koscheren Wein müssen unter anderem alle Geräte, mit denen der Wein in Berührung kommt, speziell gereinigt (gekaschert) werden. Dazu werden etwa die Tanks dreimal mit Wasser befüllt, bevor der Wein darin lagern kann. Die Arbeit darf nur von Rabbinern und speziell ausgebildeten Männern, den Maschgichim, erledigt werden. Die Maschgichim kontrollieren die Einhaltung der jüdischen Speisegesetze.

Ins Leben gerufen hatten das Projekt die CDU-Landtagsfraktion, das Staatsweingut Weinsberg, das Landwirtschaftsministerium sowie Rabbiner aus Baden und Württemberg. Das Ministerium hatte 20.000 Euro unter anderem für neue Geräte und Öffentlichkeitsarbeit beigesteuert.

Das Projekt »Koscherer Wein« auf staatlichen Gütern sei in Deutschland einmalig, hieß es vonseiten der Initiatoren. Im Herbst soll die erste Abfüllung eines koscheren Lembergers folgen. Er reift derzeit noch im Edelstahltank und neuen Barrique-Fässern. epd

Berlin

Polizei löst Kongress der Israel-Hasser auf

Judenhass, Gewaltverherrlichung und Schoa-Leugnung: Grund der Absage ist die Rede eines Mannes, für den wegen Hasstiraden gegen Juden und den jüdischen Staat ein politisches Betätigungsverbot gilt

 12.04.2024

USA

Trump beschimpft einmal mehr jüdische Biden-Wähler

Ex-Präsident: »Jeder jüdische Mensch, der für einen Demokraten stimmt oder für (Präsident Joe) Biden stimmt, sollte sich am Kopf untersuchen lassen«

 12.04.2024

Parlament

Bundestag debattiert Maßnahmen zur Antisemitismus-Bekämpfung

Streit um gemeinsame Entschließung von Unions- und Regierungsfraktionen. CDU/CSU-Antrag abgelehnt

 12.04.2024

Berlin

Faeser zu »Palästina-Kongress«: Einschreiten bei Straftaten

»Wer Hass gegen Juden verbreitet, muss wissen, dass das schnell und konsequent verfolgt wird«, sagt die Innenministerin

 12.04.2024

Argentinien

Terroranschlag auf jüdisches Kulturzentrum: Iran als Urheber verurteilt

Die Attacke in Buenos Aires wird als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft

 12.04.2024

Berlin

Wegner nennt »Palästina-Kongress« unerträglich

»Wir dulden in Berlin keinen Hass oder Hetze gegen Jüdinnen und Juden«, sagt der Regierende Bürgermeister

 12.04.2024

Antisemitismus

»Palästina-Kongress« findet in Berlin-Tempelhof statt

Die Polizei ist bis Sonntag auf Demonstrationen vorbereitet

 12.04.2024

München

Zentralrat der Juden würdigt »Die Rückkehr der Namen«

Mit dem Projekt erinnert der Bayerische Rundfunk (BR) zusammen mit der Landeshauptstadt an 1000 NS-Opfer

 12.04.2024

Berlin

Polizei vor Großeinsatz wegen »Palästina-Kongress«

Tausende Beamte sind am Wochenende im Einsatz

 12.04.2024