Potsdam

»Erschreckender Befund«

Foto: RIAS

In Brandenburg wurden in den vergangenen fünf Jahren 492 antisemitische Vorfälle bekannt, darunter 433 polizeilich registrierte Straftaten. Mit nur wenigen Ausnahmen ordnete die Polizei die antisemitischen Straftaten dem rechten Spektrum zu. Dies ist ein Ergebnis der Studie »Problembeschreibung: Antisemitismus in Brandenburg«, die am Donnerstag in Potsdam vorgestellt wurde.

Befragung Die Studie des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), wurde von dessen Geschäftsführer, Benjamin Steinitz, gemeinsam mit der Autorin der Erhebung, Dorina Feldmann, präsentiert. Nach ihren Angaben zeige die Befragung, dass Antisemitismus vor allem in subtilen Formen Juden alltäglich begegne.

Sie sähen sich mit einer »beunruhigenden, ressentimentgeladenen Grundstimmung« konfrontiert. Das führe dazu, dass sich einige aus Angst vor Anfeindungen öffentlich nicht als jüdisch zu erkennen geben, oder sie zögen sich in nicht wenigen Fällen aus der Öffentlichkeit zurück.

Region Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte dazu: »Was bisher schon in Großstädten relevant war, gilt nun auch für bestimmte ländliche Regionen: Juden, die sich als solche zu erkennen geben, gehen ein Risiko ein.«

Die Analyse von RIAS für Brandenburg mache deutlich, dass es vor allem in der Umgebung jüdischer Einrichtungen zu antisemitischen Vorfällen kommt. »Das ist ein erschreckender Befund. Ebenso ist der latente Alltagsantisemitismus alarmierend«, so Schuster. Land und Kommunen müssten noch weit mehr als bisher in Bildungsarbeit und vor allem in den Kampf gegen Rechts investieren. »Denn in Brandenburg ist im wachsenden Rechtsextremismus die Hauptursache für Antisemitismus zu suchen.«  ja

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  01.10.2026

Aufruf

Rapper Danger Dan: Man darf sich von Angst nicht lähmen lassen

Das ZDF untersagte im Sommer den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit mit ihrem Song »Keine Angst« in der Satire-Sendung »Die Anstalt«. Doch das Lied motivierte andere, aktiv zu werden gegen Neonazi-Umtriebe

von Barbara Just  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Terrorismus

Sicherheitsbehörden verhindern Mordanschläge auf jüdische Ziele in Deutschland

Die Hintergründe

 01.10.2026

Washington D.C.

Keith Sonderling als US-Arbeitsminister bestätigt

In den Vereinigten Sraaten ist der in New York geborene Anwalt bereits der vierte Jude, der dieses Amt ausübt

 01.10.2026

Der RAF-Stützpunkt Fairford, im Hintergrund ein B1-Bomber

London

Vorfall bei US-Militärbasis: »Hinweise« auf Beteiligung eines Drittstaates

Nach dem Vorfall an einem US-Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien kommen immer mehr Details ans Licht. Andy Burnham bestätigt nun eine mögliche Verbindung zu einem ausländischen Akteur.

 01.10.2026

Berlin

Linken-Politiker Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss ab

Der Wahlsieg der Linken lässt die Linken jubeln. Doch Fotos werfen Fragen zu Mitfeiernden auf. Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete steht besonders in der Kritik und zieht nun Konsequenzen

 01.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD reden über Antisemitismus

Die drei potenziellen Koalitionspartner diskutieren nach der Wahl gemeinsam über Judenhass und organisierte Kriminalität. Warum das offiziell noch keine Sondierungen sind

 01.10.2026