Chemnitz

Ermittlungen nach Angriff auf jüdisches Lokal eingestellt

War schon mehrmals Zielscheibe von Anfeindungen: der Chemnitzer Gastronom Uwe Dziuballa Foto: Getty Images

Nach dem Angriff auf das jüdische Restaurant »Schalom« in Chemnitz im August 2018 sind die Ermittlungen eingestellt worden. Das sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts in Dresden am Freitag. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung berichtet. Angaben zu den Gründen machte er nicht.

Am Tattag war eine aggressive Demonstration unter anderem von Hooligans und Rechtsextremisten durch Chemnitz gezogen. Rund zehn bis zwölf mutmaßlich rechtsextremen Angreifer hatten das Lokal »Schalom« mit Flaschen und Steinen attackiert und antisemitische Parolen gerufen. Der jüdische Eigentümer Uwe Dziuballa war an der Schulter verletzt worden.

REAKTIONEN Der Vorfall hatte bundesweit entsetzte Reaktionen ausgelöst. Zudem war kritisiert worden, dass die antisemitische Attacke erst nach mehreren Tagen bekannt geworden war.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Angriff auf das Schärfste. »Es gibt keine Entschuldigung und Begründung für Hetze, zum Teil Anwendung von Gewalt, Nazi‐Parolen und Anfeindung von Menschen, die anders aussehen, die ein jüdisches Restaurant besitzen«, sagte Merkel.

Zentralratspräsident Josef Schuster sagte zu dem Angriff im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen: »Das war Antisemitismus und nichts anderes. Ich habe allerdings den Eindruck, dass einige Behörden in Ostdeutschland beim Thema Antisemitismus weniger sensibel sind.«

»JUDENSAU« Im Gespräch mit dieser Zeitung erinnerte sich Uwe Dziuballa wie folgt an den Angriff: »Es prasselten Steine, Flaschen und – wie sich nachher zeigte – ein abgesägtes Stahlrohr auf mich ein. Ich hörte, wie ein Mann rief: ›Hau ab aus Deutschland, du Judensau!‹ Ich stand unter Schock. Noch nie hatte ich so große Angst wie in diesem Moment. Ich versuchte, irgendwie die Tür zuzubekommen. Als ich sah, dass sich die Männer vom Restaurant entfernten, machte ich schnell Fotos von ihnen.«  ja/dpa

Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden

von Jürgen Prause  02.03.2026

Interview

»Dieses Regime darf keine Zukunft haben«

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour über die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran und die Maßnahmen, die Deutschland jetzt treffen sollte

von Michael Thaidigsmann  02.03.2026

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 02.03.2026

Nahost

Katar schießt zwei iranische Kampfjets ab

Der iranische Beschuss in der Golfregion lässt nicht nach. Zum ersten Mal meldet der Golfstaat Katar nun den Abschuss zweier Kampfflugzeuge

 02.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Krieg gegen Iran

Trump: »Die große Welle kommt erst noch«

Der US-Präsident hat noch umfassendere Angriffe gegen das Mullah-Regime in Teheran angekündigt und schließt auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus

 02.03.2026

Auswirkungen

Beauftragter Klein warnt vor Vergeltungsaktionen und Demos

Der Krieg in Nahost kann auch auf Deutschland überschwappen - in Form von Anschlägen oder antisemitischen Demonstrationen. Wie das aussehen kann, erklärt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung

 02.03.2026

Teheran

Stimmen aus Teheran

Den dritten Tag in Folge fliegt Israels Luftwaffe Angriffe im Iran. Vielen Menschen bereitet der Krieg und die ungewisse Zukunft Sorgen

 02.03.2026

Thüringen

Geheimdienstchef: Verdeckte Operationen Irans in Deutschland möglich

Landesverfassungsschutzchef Stephan Kramer spricht von einer »anhaltend hohen Gefährdungslage«

 02.03.2026