Karlsruhe

»Entsetzt und wütend«

Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden Foto: dpa

Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, Rami Suliman, hat die »verabscheuungswürdige Wahlwerbung« rechtsextremer Parteien zur Europawahl heftig kritisiert. »Die Rechte«, NPD und »Der III. Weg« würden bewusst mit doppeldeutigen und eindeutig menschenverachtenden Parolen werben, so Suliman.

Besonders provokant trete die Partei »Die Rechte« auf, die am vergangenen Samstag, 18. Mai, mit einem Lautsprecherwagen direkt vor der Synagoge vorgefahren sei und diese mit Parteiwerbung beschallt habe. »Hier werden Grenzen ausgetestet und verschoben. Das kann sich die pluralistische, offene, auf Freiheit gestützte Gesellschaft des Grundgesetzes nicht gefallen lassen und akzeptieren«, so Suliman.

weimarer republik »Mitglieder der jüdischen Gemeinden fühlen sich an das Geschehen in der Weimarer Republik erinnert«, betonte der IRG-Vorsitzende. Man wisse, wohin das geführt habe, das dürfe nie wieder passieren. »Die Juden in Baden-Württemberg sind entsetzt und wütend«, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Information der IRG Baden.

Suliman dankte darin ausdrücklich für die breite Unterstützung durch Kirchen, Vereine, gesellschaftliche Gruppen und Politiker. Er zeigte Verständnis für Mitarbeiter der Stadtverwaltungen und der Ordnungsämter, die befürchten, durch ein Einschreiten die von ihnen geforderte Neutralität zu verletzen. »Umso höher ist es zu bewerten, dass einige Oberbürgermeister und Bürgermeister Mut beweisen und tätig werden.«  ja

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026