Karlsruhe

»Entsetzt und wütend«

Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden Foto: dpa

Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, Rami Suliman, hat die »verabscheuungswürdige Wahlwerbung« rechtsextremer Parteien zur Europawahl heftig kritisiert. »Die Rechte«, NPD und »Der III. Weg« würden bewusst mit doppeldeutigen und eindeutig menschenverachtenden Parolen werben, so Suliman.

Besonders provokant trete die Partei »Die Rechte« auf, die am vergangenen Samstag, 18. Mai, mit einem Lautsprecherwagen direkt vor der Synagoge vorgefahren sei und diese mit Parteiwerbung beschallt habe. »Hier werden Grenzen ausgetestet und verschoben. Das kann sich die pluralistische, offene, auf Freiheit gestützte Gesellschaft des Grundgesetzes nicht gefallen lassen und akzeptieren«, so Suliman.

weimarer republik »Mitglieder der jüdischen Gemeinden fühlen sich an das Geschehen in der Weimarer Republik erinnert«, betonte der IRG-Vorsitzende. Man wisse, wohin das geführt habe, das dürfe nie wieder passieren. »Die Juden in Baden-Württemberg sind entsetzt und wütend«, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Information der IRG Baden.

Suliman dankte darin ausdrücklich für die breite Unterstützung durch Kirchen, Vereine, gesellschaftliche Gruppen und Politiker. Er zeigte Verständnis für Mitarbeiter der Stadtverwaltungen und der Ordnungsämter, die befürchten, durch ein Einschreiten die von ihnen geforderte Neutralität zu verletzen. »Umso höher ist es zu bewerten, dass einige Oberbürgermeister und Bürgermeister Mut beweisen und tätig werden.«  ja

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor islamistischer Einflussnahme auf deutsche Institutionen

Laut BfV-Chef Sinan Selen geht es nicht um kurzfristige Aktionen, sondern langfristig angelegte Strategien, die auf eine Veränderung politischer Entscheidungsprozesse abzielen

 07.06.2026

Justiz

Richterbund warnt vor Einfluss der AfD auf Justiz

Das Risiko gezielter politischer Eingriffe in die Richterauswahl und in die Strafverfolgung müsse minimiert werden

von Lukas Philippi  07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

NSDAP-Mitgliederkartei

Ein Land durchsucht den Datenschatz

Die Recherche nach der Nazivergangenheit der eigenen Vorfahren scheint neuerdings so einfach wie eine Google-Suche. Auch in manch jüdischer Familie wächst das Interesse. Doch tragen die Erkenntnisse wirklich zur Aufklärung bei?

von Mascha Malburg, Michael Thaidigsmann  07.06.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer erklärt USA zum Verlierer des Krieges

Der Oberste Führer wirft den Gegnern seines Landes vor, nach dem militärischen Konflikt nun auf psychologische Mittel zu setzen

 05.06.2026

Hamburg

Ex-Antisemitismusbeauftragter berät CDU

Stefan Hensel hatte sein Amt aus Protest gegen die Arbeit des rot-grünen Senats niedergelegt. Jetzt berät er die Opposition bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Antisemitismus

 05.06.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter legt Bericht vor

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner hat eine erste offizielle Bilanz seiner Arbeit angekündigt

 05.06.2026