Karlsruhe

»Entsetzt und wütend«

Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden Foto: dpa

Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, Rami Suliman, hat die »verabscheuungswürdige Wahlwerbung« rechtsextremer Parteien zur Europawahl heftig kritisiert. »Die Rechte«, NPD und »Der III. Weg« würden bewusst mit doppeldeutigen und eindeutig menschenverachtenden Parolen werben, so Suliman.

Besonders provokant trete die Partei »Die Rechte« auf, die am vergangenen Samstag, 18. Mai, mit einem Lautsprecherwagen direkt vor der Synagoge vorgefahren sei und diese mit Parteiwerbung beschallt habe. »Hier werden Grenzen ausgetestet und verschoben. Das kann sich die pluralistische, offene, auf Freiheit gestützte Gesellschaft des Grundgesetzes nicht gefallen lassen und akzeptieren«, so Suliman.

weimarer republik »Mitglieder der jüdischen Gemeinden fühlen sich an das Geschehen in der Weimarer Republik erinnert«, betonte der IRG-Vorsitzende. Man wisse, wohin das geführt habe, das dürfe nie wieder passieren. »Die Juden in Baden-Württemberg sind entsetzt und wütend«, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Information der IRG Baden.

Suliman dankte darin ausdrücklich für die breite Unterstützung durch Kirchen, Vereine, gesellschaftliche Gruppen und Politiker. Er zeigte Verständnis für Mitarbeiter der Stadtverwaltungen und der Ordnungsämter, die befürchten, durch ein Einschreiten die von ihnen geforderte Neutralität zu verletzen. »Umso höher ist es zu bewerten, dass einige Oberbürgermeister und Bürgermeister Mut beweisen und tätig werden.«  ja

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Zweite Anklage wegen Mordversuchs am Holocaust-Mahnmal

Khalaf A. habe mit dem bereits im März wegen des Mordversuchs verurteilten Wassim Al M. in Kontakt gestanden und diesen ermutigt, sein Vorhaben umzusetzen, hieß es

 09.09.2026

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Iran

Kamran Hekmati in Teheran aus dem Gefängnis entlassen

Der 71-jährige iranisch-amerikanische Jude kommt nach einjähriger Haft wegen einer Reise nach Israel frei, darf das Land aber weiterhin nicht verlassen

 09.09.2026

Bundestag

Merz wirft AfD Pläne für »ethnische Säuberungen« vor

Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gibt sich Bundeskanzler Merz kämpferisch gegenüber der Partei. Bei der Generaldebatte im Bundestag wirft er ihr vor, mit ihren migrationspolitischen Positionen das Land zu spalten

 09.09.2026

Fußball

»Für Juden spielen wir nicht«

Beim Oberliga-Verein Tennis Borussia Berlin soll es zu antisemitischen Anfeindungen gegen den jüdischen Vorstandsvorsitzenden Ariel Gala gekommen sein – aus der eigenen Jugendabteilung

 09.09.2026

Max Privorozki

»Ich werde Halle nicht verlassen, solange wir in einer freien Gesellschaft leben«

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk spricht der Gemeindevorsitzende über Wahlergebnisse, Prognosen und die Aufgabe der Gesellschaft

 09.09.2026