Terror

»Entsetzlich und verstörend«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Christoph Boeckheler

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit Bestürzung auf die jüngsten Anschläge im palästinensischen Westjordanland reagiert. Der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, sagte in einer Stellungnahme: »Der Anschlag im Westjordanland ist entsetzlich und verstörend. Bei dieser schrecklichen Tat, die wir zutiefst verurteilen, sind unschuldige Menschen getötet beziehungsweise schwer verletzt worden.« Er hoffe, dass damit keine Spirale der Gewalt ausgelöst wird. Eine schnelle Verfolgung und Verhaftung der Täter könne zur Beruhigung der Lage beitragen. Schuster weiter: »Wir vertrauen hierbei auf die israelischen Sicherheitsbehörden.«

Bei dem Brandanschlag auf zwei Häuser in dem Dorf Douma war in der Nacht auf Freitag ein Kleinkind ums Leben gekommen, vier Menschen wurden den Angaben zufolge schwer verletzt. Zuvor waren mehrere Moscheen im Westjordanland angezündet worden. Hinter den Taten werden radikale israelische Siedler vermutet.

ORD Auch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) reagierte bestürzt auf die aktuellen Anschläge in Jerusalem und im Westjordanland. Rabbiner Avichai Apel vom ORD-Vorstand sagte: »Die einzig legitimen Formen der Auseinandersetzung in einer demokratischen Gesellschaft sind der freie Meinungsaustausch und die sachliche Diskussion.«

Gewaltanwendung und Gewaltbereitschaft seien ein Angriff auf die Grundwerte der zivilisierten Gesellschaft und würden von der ORD verurteilt. »Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Betroffenen, und wir beten dafür, dass alle Verletzten schnell genesen. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Familien der Opfer«, so Rabbiner Apel. ja

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  10.07.2026

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Hamburg/Haifa

Netanjahu bremst Milliarden-Fusion von Hapag Lloyd und Zim

Hapag-Lloyd würde die israelische Reederei gerne übernehmen. Doch der israelische Ministerpräsident hat Sicherheitsbedenken

 10.07.2026

Hamburg

Ein Jahr nach Beginn des Block-Prozesses kein Ende in Sicht

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. 63 Verhandlungstage gab es seither. Was ist noch offen?

 10.07.2026

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte Trump vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen ihn

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026