Washington

Empörung über Vergleich mit Anne Frank

Das Holocaust-Museum in Washington Foto: imago images / Dean Pictures

Washington

Empörung über Vergleich mit Anne Frank

Holocaust-Museum verurteilt eine Äußerung des Anti-Impf-Aktivisten Robert F. Kennedy junior

 25.01.2022 16:59 Uhr

Als »rücksichtslos« und »empörend« hat die Holocaust-Gedenkstätte in der US-Hauptstadt Washington eine Äußerung des Anti-Impf-Aktivisten Robert F. Kennedy Junior verurteilt. Es sei beleidigend, den Holocaust und die Ermordung von sechs Millionen Juden »leichtfertig für eine politische Agenda zu vergleichen«, erklärte das Museum am Montag (Ortszeit) auf Twitter.

KUNDGEBUNG Der Sohn des früheren US-Justizministers Robert Kennedy und Neffe von John F. Kennedy hatte in einer Rede am Sonntag bei einer Anti-Impf-Kundgebung in Washington behauptet, Impfgegnern gehe es heute schlechter als Anne Frank (1929–1945), die als Teenager in einem NS-Konzentrationslager umkam. Die Rechte der Menschen würden durch die Schutzmaßnahmen der Gesundheitsbehörden verletzt, die Empfehlungen des Chef-Virologen der US-Regierung, Anthony Fauci, erinnerten an »faschistische« Maßnahmen.

Kennedy tritt seit Langem immer wieder mit Nazi-Vergleichen in Erscheinung. So stellte er im Oktober einen Zusammenhang zwischen den Corona-Schutzmaßnahmen von Regierungen mit der Nazi-Propaganda her. Erst im Dezember veröffentlichte er ein Video, das ein Bild von Fauci mit Hitlerbart zeigte. kna

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026