Einspruch

Eine Lücke ist geschlossen

Das ist ein großer Tag in meinem Leben, auf den ich viele Jahre warten musste. Durch das Gericht habe ich nun Gerechtigkeit erfahren. Es ist sehr spät geschehen. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich eine solche Gerechtigkeit in meinem Leben noch erleben muss.

Es kann sein, dass ich auch deshalb so alt geworden bin, weil ich das noch unbedingt erleben wollte. Diese Gerechtigkeit kommt sehr spät. Es kann sein, dass dies auch deshalb so ganz außerordentlich wichtig für mich und mein Leben ist, weil ich so lange warten musste.

befreiung Vor wenigen Wochen war ich zum sechsten Mal nach meiner Befreiung im Mai 1945 wieder in Birkenau. Jetzt erst habe ich gesehen, dass der Sumpf, in welchem die Asche so vieler verbrannter Juden vor meinen Augen versenkt wurde, als dieser Ort ausgewiesen ist. Heute geben die Menschen Blumen des Gedenkens in diesen Sumpf.

Ich danke Thomas Walther für seine Arbeit. Jahrzehntelang gab es diese Lücke in der deutschen Justiz. Jetzt ist diese Lücke geschlossen. Jetzt ist alles an seinem Platz.

Die Autorin (91) ist Auschwitz-Überlebende und war im Lüneburger Strafverfahren gegen Oskar Gröning, dessen Urteil nun vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde, Nebenklägerin. Sie lebt in Budapest. Sie ist die Tochter von Irma Fahidi, geborene Weisz (geboren am 10. März 1905) und Dezsö Fahidi (geboren am 16. Januar 1895) sowie die Schwester von Terézia Ágnes Gili Fahidi (geboren am 24. April 1933). Am frühen Morgen des 1. Juli 1944 – nach der Selektion an der Rampe in Auschwitz-Birkenau – hat sie ihre Eltern und ihre elfjährige Schwester durch die sofortige Vergasung und anschließende Verbrennung ihrer Leichen verloren.

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026