Zentralrat der Juden

»Ein tiefer Schock«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden

Mit Entsetzen und tiefer Erschütterung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachrichten vom Anschlag und den Schüssen in Halle vernommen. »Die Tat von Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hat unsere Gemeinschaft auf das Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt. Zuallererst sind wir jedoch erschüttert, dass zwei Menschen von dem skrupellosen Täter umgebracht wurden«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Angehörige »Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ebenso sorgen wir uns um die Verletzten und wünschen ihnen rasche und vollständige Genesung.«

Der Täter habe, so Schuster, versucht, in die Synagoge einzudringen, und auch der benachbarte jüdische Friedhof sei angegriffen worden, sodass von einem antisemitischen Tatmotiv auszugehen ist.

Schock »Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock«, erklärte Schuster.

»Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös«, betont Schuster.

»Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös. Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt. Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen.« Nur glückliche Umstände hätten ein Massaker verhindert, so Schuster weiter.

Mit Blick darauf, dass am vergangenen Freitag in Berlin ein Mann mit Messer vor einer Synagoge gestoppt wurde, forderte Schuster zudem ein strengeres Vorgehen der Justiz nach Angriffen und Angriffsversuchen. In letzter Zeit sei eine «Verschiebung der roten Linie» zu beobachten, und auf Worte folgten Taten, sagte Schuster.  ja

Zentralrat der Juden

»Es wird oft Israel gesagt – aber Jude gemeint«

Josef Schuster über »Israelkritik«, Dialogprojekte und warum Gespräche mit Xavier Naidoo wohl sinnlos wären

von Daniel Staffen-Quandt  05.08.2020

Bundesregierung

Beauftragter gegen Antisemitismus startet eigene Website

Auf der neuen Homepage wird künftig über aktuelle Arbeitsschwerpunkte und Aktivitäten informiert

 05.08.2020

Frankfurt/Kassel

Stephan E. gesteht Mord an Walter Lübcke

Es ist das mittlerweile dritte Geständnis des Angeklagten. Was ist davon zu halten?

 05.08.2020 Aktualisiert

Beirut

Israel bietet Libanon humanitäre Hilfe an

Nach der Explosion in der Hauptstadt wollen das Nachbarland und europäische Staaten Unterstützung leisten

 05.08.2020

Medien

»Das können Sie nicht machen!«

US-Präsident Trump sorgt mit einem bizarren Interview mit Moderator Jonathan Swan für Kritik

 04.08.2020

COVID-19

Corona-Studie: Risiko in Schulen gut zu managen

In kinderreichen Ländern wie Israel gelten Schulen als einer der Hotspots beim Anstieg der Fallzahlen. Zu Recht?

von Annett Stein  04.08.2020

Erinnerung

Gemeinsam gegen das Vergessen

Es ist das erste Mal, dass Juden, Protestanten und Sinti und Roma zusammen in Auschwitz gedenken

von Franziska Hein  03.08.2020

Halle

Gericht bereitet Verlängerung des Prozesses vor

Am fünften Prozesstag bestätigt ein Gutachten zudem die Gefährlichkeit der Waffen des Attentäters

 03.08.2020

Berlin

Samuel Salzborn ist neuer Beauftragter gegen Antisemitismus

Der Politikwissenschaftler ist heute von Justizsenator Dirk Behrendt in das Amt berufen worden

 03.08.2020 Aktualisiert