Interview

»Ein Raum für Resilienz«

Nachumi Rosenblatt Foto: Gregor Zielke

Interview

»Ein Raum für Resilienz«

Nachumi Rosenblatt über den Jugendkongress, unbeschwertes Feiern und den Austausch untereinander

von Helmut Kuhn  27.02.2025 16:04 Uhr

Herr Rosenblatt, am Donnerstag beginnt der Jugendkongress. Sie haben das Event organisiert. Warum in Hamburg?
Der Jugendkongress hat in über drei Jahrzehnten in vielen Regionen Station gemacht. Nach einigen Jahren in Berlin war es Zeit für eine Veränderung. Die Teilnehmenden erwartet eine neue Stadt, ein neues Kongresshotel. Neben Ausflugsoptionen kommen wir auch mit Vertretern der jüdischen Gemeinde Hamburg ins Gespräch.

Was bedeutet dieses Treffen für junge Jüdinnen und Juden angesichts des 7. Oktober und des steigenden Antisemitismus?
Der 7. Oktober 2023 und die darauffolgende antisemitische Welle haben die junge Generation verunsichert, isoliert, Zukunftsängste verstärkt und zu zahlreichen Einschränkungen im Alltagsleben geführt. Hochschulen und viele andere soziale Alltagsräume sind für junge Juden und Jüdinnen nicht mehr sicher. Der Jugendkongress ist ein unerlässlicher Raum für Stabilisierung, Empowerment und Resilienz-Stärkung.

Hat sich der Juko verändert, ist ein Safe Space wichtiger geworden?
Aus unserer Jugendarbeit wissen wir, wie herausfordernd der Alltag für Jugendliche und junge Erwachsene in der letzten Zeit war. Zu wissen, dass man nicht allein ist, und zusammen an einem Ort Spaß zu haben, an dem man sich nicht erklären muss, war schon immer eine der Grundlagen unserer Arbeit und ist heute unerlässlich.

Das Motto lautet: »Our Turn« (»Wir sind dran«). Binden Sie die jungen Menschen auch stärker in die Organisation ein?
Die jüdische Studierendenunion war stark in die inhaltliche Vorbereitung involviert. Höhepunkt ist die Vollversammlung mit Neuwahlen am Sonntag. Das Programm sieht Vorträge, moderierte Gespräche, Workshops und Diskussionen mit vorwiegend jungen Journalisten, Politikern, Publizisten und Aktivisten zu selbstbestimmten Lösungsansätzen der jungen Generation in Zeiten globaler Krisen vor.

Sie konnten den Pianisten Igor Levit gewinnen und den arabisch-israelischen Journalisten Yoseph Haddad. Was erwarten Sie – und was zieht man zur Party an?
Mit unserem Programm möchten wir den Teilnehmenden Zugang zu relevanten Themen und für Austausch schaffen, den sie im Alltag oft nicht haben. Manchmal tut es auch gut zu sehen, wie Menschen aus der Öffentlichkeit ganz persönlich mit der aktuellen Situation umgehen. Igor Levit ist ein Weltstar, der sich auch politisch engagiert. Yoseph Haddad ist ein Kommunikationstalent, das nicht in die Schubladen der Schwarz-Weiß-Welt passt. Der Spaß und die Gemeinschaft sollen jedoch nicht zu kurz kommen. Auf der Party sollen sich alle so anziehen, dass sie bis zum Ende auf der Tanzfläche durchhalten – und vielleicht hilft die Netflix-bekannte Aleeza Ben Shalom ja auch einigen zum großen Glück über den Juko hinaus.

Mit dem Leiter des Kinder-, Jugend- und Familienreferats der ZWST sprach Helmut Kuhn.

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Teheran

Iran prüft US-Vorschlag

In den Streitigkeiten um die Straße von Hormus und die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gehen diplomatische Bemühungen weiter. Jetzt meldet sich Irans Außenamtssprecher

 06.05.2026

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026

München

Bayern: Zahl antisemitischer Vorfälle bleibt auf Rekordhoch

»Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter«, sagt Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS Bayern

 06.05.2026

Washington/Teheran

Bericht: USA und Iran nähern sich Vereinbarung zur Beendigung des Krieges

Kern der laufenden Gespräche ist ein auf einer einzigen Seite untergebrachtes, knappes Memorandum, das auf wenigen Punkten basieren soll

 06.05.2026

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026