Berlin

DIG: Freilassung der Geiseln würde Angriff auf Rafah verhindern

DIG-Präsident Volker Beck Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat in Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Terror wiederholt an Israel gerichtete Anmahnungen, auch von Seiten der Bundesregierung, kritisiert. Dies geschah kurz nachdem Annalena Baerbock erneut vor dem erwarteten Angriff der israelischen Streitkräfte gegen den palästinensischen Terror in der Stadt Rafah gewarnt hatte. Die Außenministerin ist zum wiederholten Mal zu Gesprächen nach Israel gereist.

Die DIG erklärte: »Wer einen Angriff auf Rafah vermeiden will, muss die Hamas dort zur Kapitulation, zur Übergabe der Geiseln und Abgabe der Waffen bewegen. Hier ist außenpolitische Initiative gefordert, statt alle Appelle einseitig an Jerusalem zu richten.«

»Die Vereinten Nationen sollten bei der Evakuierung von Zivilisten auf dem Operationsgebiet der IDF helfen«, so die Organisation. »Das humanitäre Völkerrecht gebietet den Schutz der Zivilbevölkerung, nicht den Schutz von Terroristen oder Kombattanten, die sich in der Zivilbevölkerung verstecken und diese als humanitären Schutzschild missbrauchen.« Die UNO hatte am Dienstag eine »Beteiligung an einer Vertreibung« abgelehnt.

Harte Lage

Wer den Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza durch Evakuierung boykottiere oder denunziere, mache sich zum Helfershelfer der Hamas, hieß es in der Erklärung der DIG. Die Zerstörung der Terror-Infrastruktur der Hamas in Rafah sei von Israels Recht auf Selbstverteidigung gedeckt.

Auch Medien in aller Welt - inklusive der Bundesrepublik - wurden von der DIG erwähnt. Sie kritisierten Israel für seine Ankündigung bezüglich der geplanten Offensive in Rafah und forderten, sie rückgängig zu machen, weil damit eine humanitäre Katastrophe drohe.

»Ganz zweifellos ist die Lage für die Palästinenser in Gaza sehr hart, und sie wird es bleiben, solange der Krieg andauert. Aber wer trägt dafür die Verantwortung? Die Hamas, die den Krieg begonnen hat und für ihren Krieg die eigene Bevölkerung als Geisel genommen hat«, so die DIG.

Weiße Flagge

»Wenn Israel darauf verzichten würde, auch in Rafah den Terrorapparat zu zerstören, würde die Hamas intakt bleiben, mit Geiseln in ihren Händen.« Die DIG wies darauf hin, dass die Terrororganisation eine Wiederholung der Massaker vom 7. Oktober angekündigt hat. »Mit einer solchen Aussicht kann Israel nicht leben. Die israelische Regierung hat die Aufgabe, für ihre Bevölkerung Sicherheit zu organisieren.«

»Warum richten sich alle Appelle, die Waffen ruhen zu lassen, an Israel? Der Krieg in Gaza wäre sofort vorbei, wenn die Hamas sich ergeben und die weiße Flagge hissen würde«, betonte die DIG.

Deren Präsident Volker Beck sagte: »Die Situation in Rafah und die Entwaffnung der Hamas dort gehört zu den militärisch wie humanitär komplexesten Aspekten des Feldzuges der israelischen Armee IDF zur Befreiung des Gazastreifens von der Hamas. Es ist wichtig, dass man sich dabei nicht zum Objekt der perfiden Strategie der Hamas macht.«

Ministerin Baerbock hatte zuvor eine Absage der Offensive gegen den Terror in Rafah gefordert, deren Ziel auch eine Befreiung weiterer Geiseln ist. Stattdessen fordert sie eine Feuerpause. im

Ilse Aigner lacht und applaudiert in einer Menschenmenge

Bundespräsidentenwahl

Aigner wird zur Kandidatinnen-Kür in Berlin erwartet

Nach ihrer offiziellen Vorstellung in Berlin reist Ilse Aigner am Montag mit Merz und Söder nach München – zum Festakt für 20 Jahre Hauptsynagoge Ohel Jakob

 08.11.2026

Berlin

Mann ersetzt Deutschlandflagge vor dem Reichstag durch Palästina-Flagge

Ein 22-Jähriger kletterte den fast 30 Meter hohen Mast auf dem Platz der Republik hinauf. Der Staatsschutz ermittelt

 08.11.2026

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

Josef Schuster

EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Antisemitische Witze, rassistische Sprüche – auch im Bekanntenkreis sollte das aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster nicht unwidersprochen bleiben. Der Würzburger Bischof Jung sieht Kirchen in der Verantwortung

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026