Hannes Stein

Die UNO ist so glaubwürdig wie die Mafia

Hannes Stein Foto: imago stock&people

Am Sonntagnachmittag — zufällig auch Simchat Thora, der Tag der Gesetzesfreude — trat in New York der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammen. Alle 15 Mitgliedsstaaten verurteilten den, so wörtlich, genozidalen Anschlag der Hamas auf Israel. Einhellig wurde dem zionistischen Staat, der einst mithilfe der Vereinten Nationen gegründet worden war, das Recht auf Selbstverteidigung zugesprochen. Die Hamas, so erklärte der Sicherheitsrat, sei eine Terrororganisation, deren Anführer vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gehörten … So lauten die Nachrichten vielleicht auf einem anderen Planeten. Aber nicht auf der Erde.

In unserer Realität trat Robert Wood, der für die ständige Vertretung der Amerikaner bei der UNO arbeitet, vor die Fernsehkameras und sagte: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen habe sich hinter verschlossenen Türen nicht zu einer gemeinsamen Resolution durchringen können. Zwar hätten viele Mitglieder des Sicherheitsrates die Hamas verurteilt, aber ein Mitglied nicht — »Sie können sicher raten, wen ich meine«.

Natürlich können wir das: Wladimir Putins Russland hat absolut nichts dagegen einzuwenden, dass eine Mörderbande an einem einzigen Tag so viele Juden massakriert, wie seit der Shoah nicht mehr umgebracht wurden.

Vereinte Nationen schom immer moralisch fragwürdig

Die Vereinten Nationen waren immer eine fragwürdige Organisation. Als serbische Faschisten die bosnischen Muslime abschlachteten, haben Blauhelmsoldaten mit den Mördern Sekt getrunken; als die Milizen der Hutu in Ruanda Frauen, Kinder und Männer abschlachteten, ließ die UNO die Opfer im Stich. Ungezählt sind die Verdammungen Israels, während brutalen Diktaturen nicht einmal mit dem Zeigefinger gedroht wurde.

Solange ein faschistisches Regime wie das russische im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sitzt, ist diese Organisation moralisch ungefähr so glaubwürdig wie die ’Ndrangheta.

Unterstützung erfährt Israel mittlerweile anderswoher: Soldaten der ukrainischen Armee haben Videos aufgenommen, auf denen sie den israelischen Waffenbrüdern und -schwestern Glück und Mut wünschen.

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026