Meinung

Die Männer und der Frauentag

Nicht nur am Internationalen Frauentag merkt man es: Frauen sind aus den Leitungsgremien der jüdischen Gemeinden nicht wegzudenken. Auch dann nicht, wenn dieser Tag, der als Errungenschaft der Frauenbewegung gilt, zufällig mit Purim zusammenfällt. Frauen spielen deswegen schon seit Jahren und Jahrzehnten eine so wichtige Rolle, weil sie an viele Dinge ganz anders herangehen als ihre männlichen Kollegen.

Frauen, auch als Gemeindevorstände, sind oftmals emotionaler, mitfühlender und vermittelnder. Das heißt nicht, dass sie ihren männlichen Kollegen überlegen sind, sondern es bedeutet etwas viel Besseres: Männer und Frauen ergänzen sich im Team sehr gut; man merkt es immer dann, wenn schwierige Situationen zu bewältigen sind.

Zusammenarbeit Frauen sind eher bereit als Männer, Kooperationen einzugehen, Netzwerke zu initiieren oder auch mal einen Kompromiss zu suchen. Es ist diese Ergänzung – oder besser: dieses Korrektiv – zur eher männlichen Eigenschaft von Standfestigkeit, die zeigt, dass es auf Kooperation ankommt, auf Teams, in denen männliche und weibliche Gemeindemitglieder gut zusammenarbeiten.

Männer haben, das ist nicht negativ gemeint, einen männlichen Blick auf die Dinge, die in Gemeinden und auch außerhalb geschehen. Durch ihren anderen, den spezifisch weiblichen Blickwinkel geben Frauen dem Gemeindeleben neue Impulse. So vertreten sie die Gemeinde nach außen selbstbewusst und engagiert.

Das ist mehr als nur eine Ergänzung oder Erweiterung dessen, wie eine Gemeinde repräsentiert wird. Gerade, wenn eine Frau eine traditionell orthodox orientierte Gemeinde nach außen vertritt, zeigt dies, dass die Religion nicht altmodisch und rückwärtsgewandt ist. Wenn das Judentum eine Religion für diese Zeit und auch für die künftigen Zeiten ist, wenn es Antworten für eine moderne Welt, die hoch technisiert ist und die vor globalen Herausforderungen steht, bereithalten will und bereithält, dann ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich alle jüdischen Menschen einbringen, Männer und Frauen.

Die Autorin ist Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen.

Stuttgart

Prozess um Palästina-Aktivisten: Angeklagte in Saal getragen

Am dritten Verhandlungstag weigern sich die Angeklagten erneut, hinter dem Sicherheitsglas Platz zu nehmen – und werden von Justizbeamten in den Saal getragen

 20.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Köln

Verfassungsschutz darf »Jüdische Stimme« als extremistisch einstufen

Der Verein hetze »kontinuierlich gegen den Staat Israel«, urteilte das Verwaltungsgericht Köln – und entschied anders als zuvor Berliner Richter

 20.05.2026

Zivilgesellschaft

»Beschränkt«: Für Brot für die Welt ist Deutschland nur drittklassig

Die evangelische Hilfsorganisation hat ihren jährlichen Bericht »Atlas der Zivilgesellschaft« vorgelegt. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil für Deutschland - und für Israel

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

New York

Drahtzieher gefasst?

In den USA sitzt der Iraker Mohammad al-Saadi in Haft, der hinter der jüngsten Terrorserie gegen jüdische Ziele in Europa stecken soll

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

Antisemitismus

RIAS registriert weiterhin hohes Maß an antisemitischen Vorfällen

Von einer weiteren Enthemmung antisemitischer Ausdrucksformen im öffentlichen Raum ist im neuen Jahresbericht die Rede

 20.05.2026 Aktualisiert

New York/Teheran

Bericht: Israel und USA wollten Ahmadinedschad wieder an die Macht bringen

Ahmadinedschad sei in die Überlegungen eingeweiht gewesen, heißt es in einem Zeitungsbericht

 20.05.2026

Washington D.C.

»Wir sind bereit«: Vance verteidigt Iran-Kurs der USA

»Das ist kein ewiger Krieg. Wir werden unsere Aufgaben erledigen und nach Hause zurückkehren«, sagt der amerikanische Vizepräsident

 20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026