Meinung

Die Männer und der Frauentag

Nicht nur am Internationalen Frauentag merkt man es: Frauen sind aus den Leitungsgremien der jüdischen Gemeinden nicht wegzudenken. Auch dann nicht, wenn dieser Tag, der als Errungenschaft der Frauenbewegung gilt, zufällig mit Purim zusammenfällt. Frauen spielen deswegen schon seit Jahren und Jahrzehnten eine so wichtige Rolle, weil sie an viele Dinge ganz anders herangehen als ihre männlichen Kollegen.

Frauen, auch als Gemeindevorstände, sind oftmals emotionaler, mitfühlender und vermittelnder. Das heißt nicht, dass sie ihren männlichen Kollegen überlegen sind, sondern es bedeutet etwas viel Besseres: Männer und Frauen ergänzen sich im Team sehr gut; man merkt es immer dann, wenn schwierige Situationen zu bewältigen sind.

Zusammenarbeit Frauen sind eher bereit als Männer, Kooperationen einzugehen, Netzwerke zu initiieren oder auch mal einen Kompromiss zu suchen. Es ist diese Ergänzung – oder besser: dieses Korrektiv – zur eher männlichen Eigenschaft von Standfestigkeit, die zeigt, dass es auf Kooperation ankommt, auf Teams, in denen männliche und weibliche Gemeindemitglieder gut zusammenarbeiten.

Männer haben, das ist nicht negativ gemeint, einen männlichen Blick auf die Dinge, die in Gemeinden und auch außerhalb geschehen. Durch ihren anderen, den spezifisch weiblichen Blickwinkel geben Frauen dem Gemeindeleben neue Impulse. So vertreten sie die Gemeinde nach außen selbstbewusst und engagiert.

Das ist mehr als nur eine Ergänzung oder Erweiterung dessen, wie eine Gemeinde repräsentiert wird. Gerade, wenn eine Frau eine traditionell orthodox orientierte Gemeinde nach außen vertritt, zeigt dies, dass die Religion nicht altmodisch und rückwärtsgewandt ist. Wenn das Judentum eine Religion für diese Zeit und auch für die künftigen Zeiten ist, wenn es Antworten für eine moderne Welt, die hoch technisiert ist und die vor globalen Herausforderungen steht, bereithalten will und bereithält, dann ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich alle jüdischen Menschen einbringen, Männer und Frauen.

Die Autorin ist Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen.

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026