Meinung

Die ersten Vertriebenen

Manchmal sprudelt es einfach so aus einem heraus. Den Gefühlen mal richtig Luft machen, tut ja auch der Seele gut. Schließlich kann man nicht immer alles runterschlucken. So geht es offenbar auch Manfred Kittel. Der Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung bekannte am Montag laut FAZ freimütig: »Wie man es macht, macht man es falsch.« Ein Stoßseufzer der verzweifelten Art. Dabei könnte der Historiker zufrieden sein. Sein Konzept für die geplante Dauerausstellung als »sichtbares Zeichen« zur Erinnerung an die Vertreibung wurde einstimmig abgenickt. Einstimmig? Nicht ganz. Die jüdischen Vertreter im Stiftungsrat sind damit keinesfalls einverstanden. Schon seit einiger Zeit lassen sie ihren Sitz wegen revanchistischer Positionen zweier Vertreter des Bundes der Vertriebenen ruhen. Aber auch inhaltlich ist man über Kreuz. Zentralratsvize Salomon Korn formuliert es so: »Die Juden waren die ersten Vertriebenen in diesem Land, das wird nicht ausreichend gewürdigt.« Doch wenn es einen solch grundlegenden Konflikt gibt, wie soll dann der viel beschworene Versöhnungsgedanke zum Tragen kommen? Ein Ding der Unmöglichkeit. Hand aufs Herz: Dieses Projekt ist zum Scheitern verurteilt. Womöglich war es das von Anfang an.

Dresden/Königstein

Mutmaßliche Kämpfer des Islamischen Staates festgenommen

Zwei Männer sollen als Kämpfer für den IS aktiv gewesen sein und dafür Geld erhalten haben. Nun sitzen die beiden Iraker in Sachsen in Untersuchungshaft

 14.08.2026

Glosse

Ship happens: Anti-Israel-Aktivisten krachen in Hafenmauer

Ein Kleinschiff mit »pro-palästinensischen« Seefahrern will im Herbst die Gaza-Küste erreichen. Zwischen ihnen und dem Ziel liegen 3000 Kilometer Luftlinie – und eine wachsende Anzahl an Problemen

von Imanuel Marcus  14.08.2026

Erfurt/Berlin

BSW-Spitze fordert Voigts Rücktritt – und Ende der Koalition

Das Bündnis Sahra Wagenknecht regiert in Thüringen mit CDU und SPD – zum Missfallen der Parteizentrale. Schluss damit, verlangt ein Vorstandsbeschluss

 14.08.2026

Iran-Krieg

Vance: Kriegsziel Nummer Eins besteht darin, Öl und Gas für Amerikaner billig zu halten

Der amerikanische Vizepräsident sagt, die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe stehe an zweiter Stelle. Derweil schickt das Pentagon einen neuen Flugzeugträger in die Region

 14.08.2026

Hamburg

Volker Beck kämpft um Beteiligung als Nebenkläger

Der DIG-Präsident gehört zu den Personen, gegen die sich mutmaßliche Anschlagspläne des Iran gerichtet haben sollen. Dennoch hat das Gericht seinen Antrag auf Zulassung im Prozess zurückgewiesen

 14.08.2026

Wahl in Sachsen-Anhalt

Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung

Den Bundestag mischt die AfD regelmäßig auf. Könnte sie das auch mit dem Bundesrat tun, wenn sie in Sachsen-Anhalt den Regierungschef stellen sollte? Der Bundesratspräsident bleibt gelassen

 14.08.2026

Nahost

Angriff auf Schiffe: Lage am Golf weiter angespannt

Im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde ursprünglich eine Einigung innerhalb von 60 Tagen angestrebt. Doch eine Lösung des Konflikts scheint ungewiss. Gibt es Fortschritte?

 14.08.2026

Boston

Gericht weist Klage der US-Regierung gegen Harvard ab

Trumps Regierung kassierte bereits im vergangenen Jahr in einem rechtlichen Streit mit der Elite-Uni eine Niederlage. Nun scheitert sie erneut vor Gericht. Im Zentrum stand ein Antisemitismus-Vorwurf

 14.08.2026

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026