Umfrage

Deutsche wollen mehr Wissenschafts-Kooperation mit Israel

Foto: picture alliance / Westend61

Ein großer Teil der Menschen in Deutschland wünscht sich einer Umfrage zufolge eine »besonders enge Kooperation« mit Israel im Wissenschaftsbereich. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des European Leadership Network (Elnet) sprachen sich rund 40 Prozent der Befragten für eine solche engere Zusammenarbeit aus. Hintergrund der Umfrage ist der 75. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels am vergangenen Mittwoch.

Auf die Frage, in welchen Bereichen sie sich grundsätzlich eine besonders enge Kooperation zwischen Deutschland und Israel wünschen, nannten zudem je 29 Prozent der Befragten die Bereiche Wirtschaft und Kultur. Nur knapp dahinter rangierten bei den mehr als 2500 Teilnehmern die Innere Sicherheit und die Verteidigung mit je rund 28 Prozent. 32,8 Prozent wünschten sich in keinem der insgesamt acht genannten Bereiche eine besonders enge Kooperation.

Deutsch-israelisches Verhältnis Vor dem Hintergrund der deutschen Verantwortung für den Holocaust während der nationalsozialistischen Diktatur hat eine Mehrheit der Befragten (rund 60 Prozent) das deutsch-israelische Verhältnis im Vergleich zu anderen Staaten eine »besondere Bedeutung«. Rund 27 Prozent sehen das Verhältnis als nicht besonders an, rund 13 Prozent sind Unentschieden.

Dabei seien deutliche Altersunterschiede zu erkennen: So habe die Beziehung der beiden Länder für rund 68 Prozent der Menschen über 65 Jahren eine besondere Bedeutung - bei den 18- bis 29-Jährigen sagen dies gerade einmal 48 Prozent.

Darüber hinaus bezeichnen 43 Prozent der Befragten das aktuelle Verhältnis zwischen Deutschland und Israel als »gut«. Im Vergleich dazu ist für 19 Prozent das derzeitige Verhältnis der beiden Länder schlecht - 38 Prozent sind unentschieden.

Grosse Unterschiede Werden die Ergebnisse jedoch nach den politischen Parteien sortiert, ergeben sich den Angaben zufolge große Unterschiede: Deutlich schlechter bewerten im Schnitt Wähler der Linken (rund 26 Prozent »gut«, knapp 22 Prozent »schlecht«) und der AfD (28 Prozent gut, 28 Prozent schlecht») die Beziehung. Wähler von SPD (53 Prozent), Grünen (53 Prozent) und FDP (52 Prozent) bewerten sie als «überdurchschnittlich gut».

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 ausgerufen. Staatsgründer David Ben Gurion verlas damals in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung. Israel feiert sein Jubiläum nach dem hebräischen Kalender und somit in diesem Jahr früher. dpa

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026