Meinung

Der türkische Patient

Ministerpräsident der Türkei: Recep Tayyip Erdogan Foto: Council of Europe

Recep Tayyip Erdogan liebt klare Ansagen. »Sie werden in ihrem eigenen Blut ertrinken«, drohte der türkische Ministerpräsident den kurdischen Terroristen der PKK, als er am Sonntag vor den Särgen von elf ermordeten Soldaten stand. Der jahrzehntelange Konflikt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Und Ankara findet kein Mittel gegen die Rebellen. Warum gelingt es den Kurden-Kämpfern immer wieder, wie aus dem Nichts zuzuschlagen, obwohl Militär und Geheimdienst alles daran setzen, dies zu verhindern? Die Antwort des muslimischen Regierungschefs: Er sieht ominöse Kräfte am Werk, »die die PKK gegen die Türkei benutzen«. Und da kommt derzeit nur eine fiese Kraft in Betracht: Israel. Das hat er zwar so nicht gesagt, aber sicherlich gemeint. Kurden und Juden machen gemeinsame Sache – wenn das keine Verschwörungsfantasie ist! Doch nach Israels Angriff auf die Gaza-Flottille erscheint Erdogan alles recht, um Jerusalem zu diskreditieren. Die arabische Straße bedankt sich mit Hurra-Rufen. Hauptsache, es geht dem »zionistischen Gebilde« an den Kragen. Das würde auch Hisbollah-Chef Nasrallah in den Kram passen, der wohl schon bald Ankaras Führung einen Besuch abstatten wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und auf die NATO-Mitgliedschaft der Türkei verweist. Zu sicherheitspolitischen Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie am besten mal in Teheran nach.

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

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von Detlef David Kauschke  09.06.2026

Fußball

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Seit der Europameisterschaft 2024 erinnert die Gedenkstätte Buchenwald im Internet an Fußballer, Funktionäre und Spiele im ehemaligen Konzentrationslager. Der Appellplatz war Spielstätte, Häftlinge konnten kurz dem Lageralltag entfliehen

von Matthias Thüsing  09.06.2026

Berlin

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 09.06.2026

Brandenburg

Antisemitismusbeauftragter fordert stärkeren Kampf gegen Judenhass

Antisemitismus im digitalen Raum entschiedener bekämpfen, Prävention besser finanzieren und jüdische Perspektiven stärker berücksichtigen: Dies fordert Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter in seinem ersten Tätigkeitsbericht

von Yvonne Jennerjahn  09.06.2026

Rom

Umgang mit Flottillen-Teilnehmern: Italienische Justiz ermittelt gegen Ben-Gvir

Auslöser der Ermittlungen sind Videos, die zeigen, wie israelfeindliche Aktivisten gedemütigt werden. Gegen Spanien und Österreich, wo es an Flughäfen zu Gewalt gegen Flottillen-Teilnehmer kam, geht Rom nicht vor

 09.06.2026

Justiz

Sexuelles Fehlverhalten: ICC-Chefankläger Karim Khan nach Untersuchungen suspendiert

Das Gericht hat nach einer 18-monatigen Untersuchung der Vorwürfe entschieden, dass Khan sich eines schweren Fehlverhaltens schuldig gemacht hat

 09.06.2026

New York

Trump: »Kompletter Sieg« über Irans Atomprogramm innerhalb von zwei Wochen

»Der Iran kann keine Atomwaffe haben. So einfach ist das«, sagt der amerikanische Präsident

 09.06.2026

Nahost

Stopp in letzter Minute

Medienberichte: US-Präsident Trump hielt Premier Netanjahu von größerem Iran-Angriff ab

 09.06.2026

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026