Meinung

Der Tod und die Helfer

Am Freitag hat der Bundesgerichtshof ein Grundsatzurteil zum Thema Sterbehilfe gefällt. Ein Anwalt, der der Tochter einer jahrelang im Wachkoma liegenden Frau geraten hatte, die künstliche Ernährung der Sterbenskranken zu beenden, wurde vom Vorwurf des gemeinschaftlichen Totschlags freigesprochen. Eine wichtige Entscheidung, zu der sich sofort evangelische und katholische Kirche, die Justizministerin und alle politischen Parteien äußerten. Auch Marburger Bund, Deutsche-Hospiz-Stiftung, Gesellschaft für Palliativmedizin sowie der Deutsche Anwaltsverein meldeten sich zu Wort. Und die jüdische Stimme? Fehlanzeige. Wieder einmal nichts zu hören. Dabei gibt es klare Positionen: Laut Halacha ist Sterbehilfe verboten. Dies hat unter anderem mit dem Tötungsverbot und dem Glauben, dass das menschliche Leben eine Leihgabe ist, zu tun. Es ist wichtig, die Meinung aus Tora und Talmud zu hören, denn die Debatte wird weitergehen. Rabbiner und jüdische Ärzte müssen sich daran beteiligen. Weil es die Öffentlichkeit hören sollte, weil es den Diskurs bereichert – und weil auch jüdische Patienten und Angehörige wissen müssen, woran sie sind. Gerade, wenn das Leben endet.

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026