Einspruch

Der Staat steht in der Pflicht

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ddp images/dapd

Einspruch

Der Staat steht in der Pflicht

Josef Schuster fordert Bund und Länder auf, den Schutz jüdischer Einrichtungen zu gewährleisten

von Josef Schuster  24.10.2019 13:40 Uhr

Ein antisemitischer Terroranschlag ausgerechnet am Versöhnungstag – das hat unsere Gemeinschaft zutiefst erschüttert. Die Jüdische Gemeinde Halle war dem Schrecken direkt ausgesetzt. Wie durch ein Wunder ist der Täter an der Eingangstür gescheitert, sodass es nicht zu noch Schlimmerem gekommen ist. Doch zwei Menschen wurden von dem Mann kaltblütig erschossen. Mehrere sind verletzt. Dieser Anschlag vom 9. Oktober wird uns noch lange bewegen. Der Opfer werden wir stets gedenken.

Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für Juden in Deutschland ein tiefer Schock. Die menschenverachtende Tat hat auf grausame Weise alle Warnungen vor einem wachsenden und zunehmend gewaltbereiten Rechtsextremismus bestätigt.

unterstützung Der Zentralrat der Juden hat auf diese gefährliche gesellschaftliche Entwicklung immer wieder hingewiesen und entsprechenden Schutz der jüdischen Einrichtungen gefordert. In allen Bundesländern soll dieser Schutz jetzt erhöht werden. Das ist sehr zu begrüßen. Der Schritt hätte jedoch schon viel früher erfolgen müssen. Daneben brauchen auch unsere Gemeinden Unterstützung der Länder, um ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärken zu können.

Mit der Festnahme des Täters ist der Fall mitnichten erledigt. Sein Umfeld muss gründlich überprüft werden. Auch wenn er den Anschlag als Einzeltäter verübt haben sollte, muss gewissenhaft untersucht werden, ob ein rechtsextremes Netzwerk hinter ihm steht oder in welchen Kreisen er sich bewegt hat. Ein weiteres NSU-Desaster darf es nicht geben!

Auch wenn das Attentat von Halle in der jüdischen Gemeinschaft für tiefe Beunruhigung gesorgt hat, lassen wir uns dadurch nicht einschüchtern und werden weiterhin unsere Synagogen und Gemeinden aufsuchen. Der Staat steht dabei in der Pflicht, unsere Sicherheit zu gewährleisten. Deutschland ist unser Zuhause. Und das werden wir uns nicht kaputt machen lassen!

Der Autor ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Washington

Weißes Haus verspricht Bericht zu Angriff auf Mädchenschule im Iran

Im Iran-Krieg wurden offenbar viele Schülerinnen getötet. Immer noch ist offiziell unklar, wer dafür verantwortlich ist. Das Weiße Haus verspricht Transparenz

 10.03.2026

Krieg

Reiseverband: Bald Ausreise aller Gäste aus Golfregion

Noch immer sitzen viele Urlauber infolge des Iran-Kriegs in der Golfregion fest. Reiseveranstalter arbeiten daran, sie trotz gesperrter Lufträume nach Hause zu bringen

 10.03.2026

Wiesbaden

Inflation unter zwei Prozent – aber Sorgen wegen Iran-Kriegs

Die Inflation in Deutschland fällt im Februar auf 1,9 Prozent. Der Iran-Krieg könnte die Preise aber wieder anheizen

 10.03.2026

Berlin

Merz: USA und Israel haben keinen Plan für Kriegsende

Der Kanzler verschärft erneut seine Tonlage und richtet mahnende Worte an zwei wichtige Partnerländer

 10.03.2026

Jerusalem

Wadephul macht Solidaritätsbesuch in Israel

Knapp eineinhalb Wochen nach Beginn der Angriffe auf den Iran reist der deutsche Außenminister nach Israel. Während eines Raketenalarms muss er Schutz in einem Bunker suchen

 10.03.2026 Aktualisiert

Celle

Mehr als sechs Jahre Haft für Drohnenteile an Hisbollah

Ein Gericht schickt einen Mann wegen Beihilfe zum versuchten Mord und Unterstützung der Hisbollah ins Gefängnis

 10.03.2026

Washington D.C.

Trump über Chamenei-Sohn: »Wird nicht in Frieden leben«

Im Iran hat ein neues Oberhaupt übernommen. US-Präsident Trump spricht nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei von einem großen Fehler. Und macht düstere Andeutungen

 10.03.2026

Münster

Urteil: Keine Bundesmittel für AfD-nahe Stiftung für 2021

Die Desiderius-Erasmus-Stiftung erhält auch für 2021 keine Mittel vom Bund. Grund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2023

 10.03.2026

Nahost

Raketenangriff auf Al-Asrak: Auch deutscher Teil getroffen

Eine neue Attacke in Jordanien traf auch den von deutschen Soldaten genutzten Bereich. Die Bundeswehr prüft noch, was genau einschlug. Die Soldaten sind in Sicherheit

 10.03.2026