Zentralrat

»Der richtige Zeitpunkt«

Tritt im November an: Dieter Graumann Foto: ddp

Jetzt ist es offiziell: Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, will Präsident der politischen Dachorganisation werden. Auf der Sitzung des Direktoriums in Frankfurt am Main am Sonntag habe der 60-Jährige »unter großer Zustimmung« formal seine Kandidatur angekündigt, hieß es in einer Erklärung. Graumann sagte auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen: »Zwei Monate vor der anstehenden Entscheidung war es meiner Ansicht nach der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort, klar Stellung zu beziehen: als Zeichen der Transparenz, der Offenheit, der Entschlossenheit - und des Respekts vor dem Direktorium.«

Die Wahl findet am 28. November 2010 ebenfalls in Frankfurt während der turnusgemäß tagenden Ratsversammlung statt. An diesem Tag werden drei Mitglieder des Präsidiums direkt gewählt, aus dem Direktorium kommen sechs weitere Vertreter hinzu. Das neunköpfige Präsidium wird dann aus ihrer Mitte den Präsidenten sowie die beiden Vizepräsidenten des Zentralrats wählen. Charlotte Knobloch, die jetzige Amtsinhaberin, hatte im Februar ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt.

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026