Meinung

Der Opferbaron

Das war fast zu erwarten gewesen. Als »Menschenjagd«, von der er sich nicht habe vorstellen können, »dass sie nach 1945 noch einmal möglich sei«, hat Baron Enoch zu Guttenberg die Umstände beschrieben, unter denen sein Sohn Karl-Theodor alle politischen Ämter aufgeben musste. Verfolgt wie von den Nazis – darunter macht man es in Deutschland nicht, ob Kampfhundehalter, Rauchverbotsgegner oder jetzt fränkischer Adel. Ganz abgesehen davon, dass angesichts der Dimension der NS-Verbrechen derartige Vergleiche nicht nur Blödsinn sind, sondern auch unappetitlich: Auffällig ist die Lust am Opfersein, die in solchen Äußerungen zutage tritt. Verfolgt zu werden, und sei es nur vermeintlich, bringt Gewinn. Man erntet Mitgefühl und ist keinen lästigen Fragen nach eigener Verantwortung ausgesetzt. Reale Verfolgung hat zwar noch andere, weniger erquickliche Aspekte, von denen gerade Juden einiges erzählen können. Aber das fällt bei Guttenberg nicht ins Gewicht: Seine Opferrolle ist eh nur simuliert.

Debatte

Projekt zu Muezzinruf in Köln steht weiter in der Kritik

Ein Modellprojekt zum Muezzinruf in Köln stößt weiter auf Ablehnung. Kritiker sprechen von einer unzulässigen Bevorzugung einer Minderheit. Der islamische Gebetsruf beinhalte problematische Botschaften - und werde von vielen Muslimen nicht als notwendig erachtet

von Anita Hirschbeck  15.10.2021

Vereinte Nationen

USA zurück im UN-Menschenrechtsrat

Trotz der überwiegend gegen Israel gerichteten Hetze des UN-Gremiums will sich Washington dort wieder engagieren

 15.10.2021

»Wiedergutmachung«

428.000 Juden erhielten bislang Entschädigung vom Bund

Deutschland hat seit 1992 rund 1,1 Milliarden Euro für Härtefallzahlungen aufgewendet

 15.10.2021

Sachsen-Anhalt

AfD scheitert bei Wahl zum Landtagsvizepräsident

Die Fraktion ist zwei Mal damit gescheitert, einen Vizepräsidenten-Posten im Landtag zu besetzen

 15.10.2021

Internet

Studie: Antisemitismus auf allen Social-Media-Plattformen weit verbreitet

Junge Menschen kommen früh über Netzwerke wie Tiktok und Instagram in Kontakt mit Verschwörungsideologien und Antisemitismus

 14.10.2021

Einspruch

Update für die Freundschaft

Konstantin von Notz fordert, die Pläne für ein Deutsch-Israelisches Jugendwerk endlich entschlossen umzusetzen

von Konstantin von Notz  14.10.2021

Israelhass

Vor Gericht gescheitert

Warum die Klage der Boykott-Bewegung abgewiesen wurde

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  14.10.2021

Washington

»Wir müssen die Welt vor dem Bösen schützen«

Israel wählt im Atomstreit mit Iran deutliche Worte

 14.10.2021 Aktualisiert

Sachsen-Anhalt

AfD nimmt dritten Anlauf für Landtagsvizepräsident-Posten

Zentralrat der Juden erinnert CDU an Unvereinbarkeitsbeschluss

 14.10.2021