Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand
Israels Botschafter Ron Prosor Foto: Dennis Yenmez

Der israelische Botschafter Ron Prosor plädiert dafür, Besuche in KZ-Gedenkstätten für Schüler verpflichtend zu machen. »Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«, sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch Begegnungen und Gespräche mit Juden und Israelis sollten in Deutschland häufiger stattfinden, sagte der Botschafter. »Wenn ich in arabischen Ländern zu Besuch war und mit meinen Gastgebern über unsere Geschichte sprach, begegneten mir anfangs häufig Vorurteile gegenüber Juden und Israelis. Nach solchen Gesprächen war das Verständnis jedes Mal spürbar größer.«

Prosor sagte, er könne sich nicht erklären, warum Antisemitismus in Deutschland nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 so stark zugenommen habe. »Der einzige Weg, Antisemitismus wirklich zu bekämpfen, führt über konsequente Gesetzgebung«, sagte der Diplomat. »Wir müssen die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus rechtlich verbindlich verankern.«

Gemeint ist die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance. Kritiker monieren, dass die Definition weit gefasst sei und teils auch Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung als antisemitisch bezeichnet werde.

Prosor sagte: »Diese Definition stellt klar: Wenn Israel gezielt herausgegriffen, dämonisiert oder ihm das Existenzrecht abgesprochen wird, ist das keine legitime Kritik – es ist eine moderne Form von Antisemitismus.« Erst mit einer verbindlichen Grundlage könnten Behörden und Justiz dagegen vorgehen. dpa

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