Judenhass

»Das Sicherheitsgefühl der Juden ist für uns zentral«

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

Gegen das Verbot von zwei für das Wochenende in Berlin
angemeldeten pro-palästinensischen Demonstrationen ist in einem Fall
Widerspruch eingelegt worden. Über den Antrag werde das Berliner
Verwaltungsgericht noch am Freitag entscheiden, sagte eine
Gerichtssprecherin auf Anfrage.

Zur Begründung der Verbote hatte es am Donnerstag geheißen, es
bestehe die unmittelbare Gefahr, dass es bei den Versammlungen zu
volksverhetzenden, antisemitischen Ausrufen, zu Gewaltverherrlichung,
Einschüchterungen und Gewalttätigkeiten kommen könnte. Dabei wurde auf Erfahrungen der vergangenen Jahre und auf die Demonstration am
vergangenen Osterwochenende verwiesen.

Grundlage der Verbotsverfügung sei eine Gefährdungsanalyse, in die
auch die internationale Lage im Nahen Osten einbezogen wurde, sagte
Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Freitag. Einer der
Anmelder gehört nach ihren Angaben der Samidoun-Bewegung an, hinter
der die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) steht.

Bei der Demonstration am Karsamstag in Berlin-Neukölln waren
antisemitische Parolen wie »Tod den Juden« und »Tod Israel« gerufen
worden. In der Folge gab es Kritik am Verhalten der Polizei, die
nicht dagegen eingeschritten war. Der polizeiliche Staatsschutz
ermittelt wegen Volksverhetzung.

Slowik verteidigte das Vorgehen der Polizei am Karsamstag. Rufe
wie »Tod Israel« seien leider nicht strafbar, wenn auch
»unerträglich«, sagte sie: »Ich habe großes Verständnis für die
Empörung über diese martialischen Bilder.« Diese machten nicht nur
der jüdischen Community Angst. Die Polizeiführer vor Ort müssten aber
immer den Einzelfall bewerten und die Verhältnismäßigkeit wahren.
»Und Verhältnismäßigkeit ist in die DNA der Berliner Polizei
eingeschrieben.«

Nach einem Gespräch mit jüdischen Vertretern und jüdischen
Organisationen vom Freitag wolle die Polizei mit Parolen wie »Tod
Israel« künftig anders umgehen - auch unabhängig einer
strafrechtlichen Relevanz, sagte sie. »Das Sicherheitsgefühl der
Jüdinnen und Juden in Berlin ist für uns zentral.«

Dafür müsse aber, wie von CDU und SPD im Koalitionsvertrag
vereinbart, der Aspekt der Störung der öffentlichen Ordnung wieder in
das Versammlungsgesetz aufgenommen werden. Dieser war vom
rot-rot-grünen Senat 2021 gestrichen worden.

Unabhängig von der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes sei die
Polizei auf Einsätze am Wochenende vorbereitet, sagte Slowik.
Entweder um das Verbot durchzusetzen oder einen störungsfreien Ablauf
der Versammlungen zu garantieren.

Für Samstag war auf dem Hermannplatz eine Veranstaltung unter dem
Motto »Solidarität mit allen politischen Gefangenen am Tag der
palästinensischen Gefangenen« geplant. Am späten Sonntagnachmittag
sollte es einen Aufzug vom Rathaus Neukölln zum Hermannplatz unter
dem Motto »Tag der palästinensischen Gefangenen« geben. Angemeldet
sind jeweils 100 Teilnehmer. Das Mobilisierungspotential sieht die
Polizei aber im oberen dreistelligen Bereich.

Deutschland

Stolperstein-Verbot in Heidenau löst bundesweite Debatte aus

In der sächsischen Stadt Heidenau sollen keine Stolpersteine zum Gedenken an NS-Opfer mehr verlegt werden. Die Bildungsministerin spricht von einem Skandal

von Paula Konersmann  27.09.2026

Wissenschaft

Auf dem Trockenen?

Dürre, Wassermangel, Hitzewellen: Nach diesem Sommer fragen sich immer mehr Menschen, wie wir dem Klimawandel trotzen können. Ein Blick nach Israel könnte helfen

von Gidon Bromberg  27.09.2026

Meinung

KI-Warnung: ehrlich oder eigennützig?

Wenn Künstliche Intelligenz wirklich so gefährlich zu werden droht, wäre nicht freiwillige Zurückhaltung, sondern internationale Kontrolle die richtige Antwort

von Elke Wittich  27.09.2026

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026