Berlin

»Dankbar für jüdisches Leben«

Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Nach dem tödlichen Anschlag auf einen Wachmann in einer Synagoge in Kopenhagen und der Schändung eines jüdischen Friedhofs in Ostfrankreich hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Juden in Deutschland ihre Unterstützung zugesichert. Man werde alles dafür tun, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und die Sicherheit der Bürger, die jüdischer Herkunft sind, gewährleistet werde, sagte sie am Montag in Berlin.

»Wir sind froh und auch dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt«, ergänzte die Regierungschefin. »Und wir möchten gerne mit den Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben.«

Gesellschaft Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Attentäter von Paris und auch Kopenhagen versuchten, die freie Gesellschaft zu spalten. Dies dürfe und werde ihnen nicht gelingen. Eine Sprecherin von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ergänzte, es müsse alles dafür getan werden, dass sich Juden hierzulande sicher fühlten und auch bleiben wollten.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte den Juden in der Bundesrepublik größtmöglichen Schutz zu. »Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um jüdische Einrichtungen bei uns zu schützen«, versicherte er in der »Saarbrücker Zeitung«. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, sagte, er vertraue sowohl der Bundesregierung als auch den Sicherheitsbehörden.

Die Bedrohungslage in der Bundesrepublik ist dem Justizminister zufolge nicht geringer als in vielen anderen Ländern. Solange die Polizei allerdings Synagogen und jüdische Schulen schützen müsse, »sind wir von einem normalen Miteinander noch sehr weit entfernt«.

Wer jüdisches Leben in Deutschland attackiere, dürfe keine Toleranz erwarten. Verständnis äußerte Maas für Israels Interesse an der Einwanderung von Juden. Absolute Sicherheit gebe es allerdings nirgendwo auf der Welt, gab der Minister zu bedenken.

In einer Reaktion auf den Terroranschlag in Kopenhagen hatte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu den Juden in Europa und weltweit versichert, Israel erwarte sie mit offenen Armen: »Israel ist eure Heimstätte.«

regierung
Zur Aufnahme von Juden aus Belgien, Frankreich und der Ukraine plane seine Regierung die Bereitstellung von 40 Millionen Euro, kündigte der Premierminister an. Widerspruch kam aus Frankreich. Präsident François Hollande appellierte an die französischen Juden, nicht zu emigrieren. »Juden haben ihren Platz in Europa und insbesondere in Frankreich«, sagte Hollande.

Im elsässischen Sarre-Union waren zuvor auf einem Friedhof Hunderte jüdische Gräber geschändet und zerstört worden. Hollande bezeichnete dies als »barbarischen Akt«. Frankreich werde Antisemitismus entschlossen bekämpfen. epd/ja

Berlin

Ron Prosor warnt vor Hamas-Anschlägen: »Deutschland ist Terrorziel geworden«

Die Bundesrepublik sei für die Terrororganisation nicht mehr lediglich ein Ort des Rückzugs, sagt der israelische Botschafter

 14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

Um Merz zu stürzen: Wagenknecht ruft zur taktischen Wahl auf

Eine Woche vor der Landtagswahl sagt die BSW-Gründerin, was sie mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erreichen will

 14.09.2026

Berlin

Karin Prien warnt vor AfD: »Meine Mutter hätte Angst«

Die CDU-Politikerin mit jüdischem Familienhintergrund sprach auch von Warnungen ihrer Mutter hinsichtlich des zivilisatorischen Schutzes

 14.09.2026

Berlin/Magdeburg

Operationsplan Deutschland: Reservistenverband will Geheimplan vor AfD schützen

Bislang befindet sich der Plan bei sämtlichen 16 Landesregierungen. Die rechtsextremistische AfD in Sachsen-Anhalt soll ihn nicht bekommen

 14.09.2026

Medien

Studie wirft »New York Times« einseitige Gaza-Berichterstattung vor

Israel als »einziger Aggressor« und Palästinenser als »passive Opfer«: Diese Sichtweise ließ die Zeitung erkennen, so der Autor der Studie

 14.09.2026

Berlin

Volker Beck fordert von SPD und Grünen klare Absage an Bündnis mit der Linken

Beck begründet seine Forderung vor allem mit dem Umgang der Berliner Linken mit Antisemitismus und Israelhass

 14.09.2026

Tel Aviv

Omer Shem Tov: 505 Tage Gefangenschaft, Hunger und Einsamkeit

»Wegen der Angst konnte ich nicht atmen«, sagt die frühere Geisel über die 50 Tage, in denen er in völliger Dunkelheit leben musste

 14.09.2026

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Interview

»Unsere Brandmauer zu allen Antisemiten steht«

Steffen Krach, Berliner Spitzenkandidat der SPD, spricht über Israel-Hass bei der Linken, die »Fördergeldaffäre« der CDU und Vorwürfe, die SPD sei in Teilen von Islamisten unterwandert

von Detlef David Kauschke  14.09.2026