EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

London

Cameron: Geduld mit Israel muss abnehmen

Der britische Außenminister David Cameron Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der britische Außenminister David Cameron hat Israel mit deutlichen Worten kritisiert. »Die Geduld muss deutlich abnehmen, und es muss eine ganze Reihe von Warnungen ausgesprochen werden«, sagte der konservative Politiker am späten Dienstagabend im britischen Parlament in London. Das werde er auch bei einem Gespräch am Mittwoch mit dem israelischen Minister Benny Gantz in London tun, kündigte er an.

»Wir sind mit einer Situation furchtbaren Leidens in Gaza konfrontiert«, sagte Cameron bei der Debatte im Oberhaus. Er habe bereits vor Wochen vor dem Ausbruch von Krankheiten und einer Hungersnot gewarnt. Dieser Punkt sei nun erreicht.

»Menschen sterben an Hunger, Menschen sterben an vermeidbaren Krankheiten.« Doch trotz Aufforderungen an Israel, mehr zu tun, seien im Februar nur halb so viele Hilfsgüter im Gazastreifen angekommen wie im Januar. Israel sagt hingegen, die Menge an Hilfslieferungen, die nach Gaza eingeführt werden dürfe, sei nicht begrenzt.

Zugang für Hilfslieferungen zum Gazastreifen erhöhen

Cameron forderte erneut eine humanitäre Feuerpause. Zudem müsse der Zugang für Hilfslieferungen zum Gazastreifen über den Land- und Seeweg erhöht werden. Das schließe auch den israelischen Hafen Aschdod ein. Zu viele Hilfsgüter würden zudem abgewiesen, weil sie angeblich für militärische Zwecke verwendet werden könnten, kritisierte er.

»Manche dieser Dinge sind absolut notwendig für medizinische und andere Verfahren«, sagte Cameron. Auch die Strom- und Wasserversorgung müssten im Norden und Süden des Gazastreifens wiederhergestellt werden. »Israel ist die Besatzungsmacht. Es ist verantwortlich, und das hat Konsequenzen, wie wir bewerten, ob Israel humanitäres Völkerrecht einhält«, so Cameron weiter.

Israels Ziel in dem aktuellen Krieg, den die Hamas mit Massakern, Geiselnahmen, Folter und Vergewaltigung begann, ist eine Zerschlagung der Terrororganisation und die Befreiung der weit mehr als 100 Geiseln, die sie weiterhin in ihrer Gewalt hat. Trotz der Weigerung der Hamas-Terroristen, einer Vereinbarung zuzustimmen oder die Geiseln freizulassen - und trotz ihrer Verantwortung für den Krieg und die Lage in Gaza -, wird in Europa und Nordamerika derzeit vor allem Israel kritisiert.

Beginn des Prozesses

Zur Frage der Anerkennung eines palästinensischen Staats sagte Cameron, es sei noch zu früh dafür. »Es sollte nicht am Beginn des Prozesses stehen, weil es all den Reformdruck von den Palästinensern nehmen würde, aber es sollte auch nicht am Ende stehen.«

Israel dürfe kein Veto-Recht darüber haben. Das sei aber derzeit der Fall mit der US-amerikanischen Haltung. »Ich denke eine Anerkennung kann Teil einer unaufhaltbaren Dynamik werden, wie wir sie für eine Zweistaatenlösung benötigen«, sagte Cameron. dpa/ja

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis für sich

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026