Berlin

Bunker unter Hitlers Reichskanzlei: Ausstellung oder Abriss?

Der Vorsitzende des Vereins Berliner Unterwelten, Dietmar Arnold Foto: picture alliance/dpa

Ein ehemaliger NS-Bunker von Hitlers früherer Staatskanzlei in Berlin soll für den Bau von Wohnungen und Büros abgerissen werden. Nun wehrt sich der Verein Berliner Unterwelten dagegen und schlägt eine Ausstellung in den unterirdischen Ruinen des ehemaligen Bunkers vor.

Ein Informations-, Lern- und Dokumentationsort soll den Plänen des Vereins zufolge mit einer Ausstellung an die von dort befehligten Verbrechen des Nazi-Regimes erinnern, an das Kriegsende in Berlin sowie den Umgang mit den historischen Gebäuden seit 1946.

Die Überreste der ehemaligen Bunkeranlage auf dem Gelände an der Voßstraße sind die letzten baulichen Spuren von Hitlers einstiger Machtzentrale. Es handele sich bei dem etwa 1200 Quadratmeter großen, noch erhaltenen Teil der Bunkeranlage - allerdings nicht um den »Führerbunker«, in dem Adolf Hitler und Eva Braun Selbstmord begingen, sagte Dietmar Arnold, Vorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten.

Garten der Berliner Reichskanzlei im Jahr 1945: Links der Eingang zum BunkerFoto: picture-alliance / akg-images
Historisch relevante Orte

Die Kosten für die Instandsetzung des früheren Bunkers könne der Verein eigenständig tragen, sagte Arnold bei der Vorstellung weiterer Details der Konzepte für einen Erhalt. Seit Jahren setzen sich die »Berliner Unterwelten« für den Erhalt von unterirdischen, historisch relevanten Orten in der deutschen Hauptstadt ein. Ein Beirat von Historikern könnte die weitere Ausstellungsplanung begleiten. »Wenn ein bedeutendes Zeugnis der NS-Geschichte verschwinden soll, muss der gesellschaftliche Gewinn eines solchen Eingriffs entsprechend groß sein«, sagte Arnold.

Die geplanten Immobilien seien aber hochpreisig, und es handele sich nach seinen bisherigen Kenntnissen nicht um bezahlbaren Wohnraum, kritisierte Arnold. Zudem schließe ein Erhalt der ehemaligen Bunkeranlage den geplanten Neubau nicht aus, weil die 1,70 Meter starken Wände und Decken überbaut werden könnten. Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) hatte sich zuletzt gegen den Erhalt ausgesprochen.

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Der sogenannte Große Bunker der »Neuen Reichskanzlei« war ein Teil verschiedener Schutzräume im früheren NS-Regierungsviertel. Nach Angaben des Vereins Berliner Unterwelten wurde er in den Jahren 1937 und 1938 errichtet, nachdem jüdische Grundstückseigentümer enteignet worden waren.

Abriss oder Denkmalschutz

Aus Sicht des Landesdenkmalamts stellt der ehemalige Bunker den letzten bauzeitlichen Rest der sogenannten Neuen Reichskanzlei dar und ist zudem der letzte noch erhaltene Vorkriegsbunker des Berliner NS-Regierungsviertels.

Daraus ergebe sich eine umfassende historische und wissenschaftliche Bedeutung. Aufgrund einer Weisung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sei der Bunker jedoch nicht als Denkmal ausgewiesen worden. Im vergangenen Jahr schlug der Landesdenkmalrat, ein Expertengremium, vor, eine Eintragung des Bunkers in die Denkmalliste zu prüfen. dpa

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