Bonn

Bundesprüfstelle indiziert antisemitische Hetzseite

Foto: imago images/Ralph Peters

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat eine antisemitische Internetseite indiziert, die als »Online-Pranger« Namen von Juden veröffentlicht hat. Die Website enthalte »eine Liste, die Menschen jüdischen Glaubens und Menschen bzw. Institutionen aufführt, die sich für eine tolerante Gesellschaft einsetzen«, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, Thomas Salzmann, am Freitag in Bonn mit.

Die Website ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Reporter der Politmagazine »ARD report München«, »BR Kontrovers« und von »Zeit Online« hatten zu den Hintermännern der Seite recherchiert.

andersdenkende Nach Auffassung der Bundesprüfstelle (BPjM) haben »Online-Pranger« eine jugendgefährdende Wirkung. Sie zielten darauf ab, Menschen allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft als verachtenswert darzustellen und politisch Andersdenkende zu diffamieren. Dies habe eine verrohende Wirkung auf Kinder und Jugendliche, heißt es in einer auf der Homepage der BPjM veröffentlichten Mitteilung.

Es müsse aber in jedem Einzelfall geprüft werden, welche Kriterien für die Zusammenstellung der Namensliste zugrunde lagen und welche Botschaft sich aus dem Gesamtkontext ergebe, betonte die BPjM. Im konkreten Fall hatte das Gremium noch eine zweite Website indiziert, die personenbezogene Daten zur Dokumentation einer angeblich »systematischen und rechtswidrigen Islamisierung« veröffentlicht hatte.

Mit einer Indizierung durch die BPjM wird eine Internetseite in die nicht-öffentliche Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen. Daraus ergeben sich gesetzliche Verbreitungs- und Werbeverbote. Bei einem Verstoß drohen Geldbußen.  dpa

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026