Meldungen

Böll-Stiftung, Australien und Schoa-Leugnung

29.05.2019, Berlin, Deutschland - Foto: Zentrale der Heinrich-Boell-Stiftung in der Schumannstrasse in Berlin-Mitte. Die Heinrich-Boell-Stiftung ist die nach dem Schriftsteller und Literaturnobelpreistraeger Heinrich Boell benannte, parteinahe Stiftung von Buendnis 90/Die Gruenen. *** 29 05 2019, Berlin, Germany Photo Headquarters of the Heinrich Boell Foundation in the Schumannstrasse in Berlin Mitte The Heinrich Boell Foundation is the party-based Buendnis Foundation named after the writer and Nobel Prize winner Heinrich Boell 90 The Greens Foto: imago images / Reiner Zensen

Terrorhelfer bei Böll-Stiftung?

Ein Mann, der hinter einem Terroranschlag in Israel im August stecken soll, arbeitet nach Informationen der Organisation »NGO Monitor« für die palästinensische Gruppe »Addameer«, eine Partnerorganisation der Heinrich-Böll-Stiftung. Bei dem Anschlag wurde die 17-jährige Rina Shnerb getötet. Der Verdächtige, Samir Arbid, sitzt in israelischer Haft. Addameer versteht sich als Menschenrechtsorganisation, die Gefangene betreut. Die den Grünen nahestehende Böll-Stiftung teilte der Jüdischen Allgemeinen mit, man sei den Vorwürfen nachgegangen, sie seien »absurd und unhaltbar«. Arbid sei bis 2015 Buchhalter von Addameer gewesen, und dies sei eine »Anwalts-Organisation, die zu rechtsstaatlichen Strukturen arbeitet«. Sie betreue auch Arbid anwaltlich. Ganz grundsätzlich arbeite die Böll-Stiftung nicht mit Partnern zusammen, die Terror oder Gewalt unterstützten. Die gegen die Stiftung erhobenen Vorwürfe seien »angesichts des politischen Flurschadens, den sie anrichten, in jeder Hinsicht verantwortungslos«. ja

Australien: Hass in Schulen

Zwei antisemitische Ausfälle gegen jüdische Schüler an staatlichen Schulen in Melbourne bewegen Australien. In einem Fall war ein zwölfjähriger Junge von neun Mitschülern gezwungen worden, die Schuhe eines Muslims zu küssen. Ein Internetvideo zeigt den Vorfall. In einem zweiten Fall wurde ein Fünfjähriger über vier Monate von Mitschülern antisemitisch beschimpft. Ihr Sohn sei durch die Schikane zum Bettnässer geworden, berichtete die Mutter. Als sie ihn trösten wollte, habe er gesagt: »Mama, du solltest mich nicht lieben. Ich bin eine wertlose jüdische Ratte. Ich bin Ungeziefer.« kna

Bayern: Steine auf Israelin

In Massing/Bayern wurde eine israelische Frau, die mit ihren Söhnen spazieren ging, mit einem Stein angegriffen. Wie die »Bild«-Zeitung berichtet, hatte ein Mann sie nach Geld gefragt. Als ein Sohn daraufhin etwas auf Hebräisch sagte, soll der Mann auf Arabisch »Jude« gerufen und einen Stein nach der Mutter geworfen haben. Der Staatsschutz ermittelt. ja

Schoa-Leugnung ist keine Meinung

Die juristische Verfolgung von Holocaust-Leugnung ist keine Verletzung der Meinungsfreiheit. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt, nachdem der NPD-Politiker Udo Pastörs geklagt hatte. Das Verfahren, in dem Pastörs verurteilt wurde, sei auch nicht unfair gewesen. Pastörs, damals Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern, hatte 2010 unter anderem vom »sogenannten Holocaust« gesprochen und war 2012 zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung plus 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen ging Pastörs bis zum Bundesverfassungsgericht vor – immer erfolglos. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte begründete sein Urteil nun damit, dass Pastörs bewusst gelogen habe, um Juden und ihre Leiden zu diffamieren. ja/epd

Rückgabe: Erben gewinnen Prozess

Im Erbstreit um die Sammlung des 1940 verstorbenen Baden-Badener Kunstsammlers Ernst Gallinek hat das Oberlandesgericht Karlsruhe letztinstanzlich gegen eine jüdische Gemeinde und zugunsten der Familiennachkommen entschieden. Das NS-Regime hatte Porzellan, Ölgemälde und Wandteppiche 1940 nicht an den von Gallinek bestimmten Erben übergeben, sondern beschlagnahmt. Daraufhin ging die Sammlung an das Landesmuseum Karlsruhe. Das strebt seit 2008 eine Rückgabe der als Raubkunst unrechtmäßig in die eigene Sammlung gekommenen Kunstwerke an. Sowohl die in den USA lebenden Nachfahren Gallineks als auch eine jüdische Gemeinde in Deutschland meldeten Ansprüche auf Rückgabe an. Das OLG entschied vergangene Woche nun zugunsten der US-Erben. kna

»Zitat der Woche«

Das »Zitat der Woche« (Regisseur Heinrich Breloer im Deutschlandfunk) der vorigen Ausgabe kann missverständlich sein. Statt »jüdische Filmproduzenten« muss es »einen jüdischen Produktionschef« heißen. Der Hinweis »Das Publikum reagierte mit Lachen und Beifall« war an dieser Stelle falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. ja

Berlin

CDU will Grünen und SPD Sondierungsgespräche anbieten

Nach einem Bericht über Sorgen der Berliner linken Wahlsiegerin Eralp um die Sicherheit ihrer Familie sorgt sich die CDU um die Sicherheit der Stadt. Welche Alternative sie zu Rot-Grün-Rot sieht

 29.10.2026

Berlin

Zentralrat warnt vor Linken-Regierungsbeteiligung in Berlin

»Die Ohnmacht der Parteiführung und die Angst, die Frau Eralp persönlich zu verspüren scheint, schockieren mich – aber sie überraschen mich nicht«, sagt Zentralratspräsident Josef Schuster

 29.10.2026

Meinung

Elif Eralp und die Angst

Die Linken-Politikerin traut sich nicht, Terrorsympathisanten beim Namen zu nennen. Wer nicht einmal die Israelfeinde in den eigenen Reihen bekämpfen kann, kann auch keine Stadt regieren

 29.10.2026

»Social Media«

Hasskampagne von Influencern gegen Bildungsstätte Anne Frank

Die Bildungsstätte Anne Frank klärt über Antisemitismus und Extremismus auf Social Media auf. Nun erlebt sie eine Hasskampagne von Fitness- und Ernährungs-Influencern

 29.10.2026

Auszeichnung

Shimon-Peres-Preis für deutsch-israelische Projekte

Für einen Dialog in Krisenzeiten werden jetzt zwei deutsch-israelische Projekte ausgezeichnet. Der Preis erinnert an den Friedensnobelpreisträger und israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres

 29.10.2026

Debatte

Nach der »Spiegel«-Enthüllung: Jetzt spricht Elif Eralp

Die wichtigsten Statements der Linkspartei-Spitzenkandidatin im Überblick

 29.10.2026 Aktualisiert

New York

NYPD stoppt Direktvergabe an israelischen Überwachungstechnik-Hersteller

Linke Politiker und Aktivisten aus dem Umfeld von Bürgermeister Zohran Mamdani hatten den geplanten Kauf eines Ortungssystems kritisiert

 29.10.2026

Straßburg/Prag

Europarat warnt vor zunehmendem Antisemitismus in Tschechien

Sowohl die Zahl als auch die Schwere der Judenhass-Vorfälle nimmt zu

 29.10.2026

Berlin

Wie sich Elif Eralp von Terrorunterstützern mundtot machen lässt

Das Nachrichtenmagazin »Spiegel« hat brisante Hintergründe zur Spitzenkandidatin der Linkspartei veröffentlicht

 29.10.2026 Aktualisiert