Sicherheitskonferenz

Blinken macht sich für Zweistaatenlösung stark

Antony Blinken (M.) im Gespräch mit Subrahmanyam Jaishankar und Annalena Baerbock Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Außenminister Antony Blinken hat sich für eine Zweistaatenlösung als Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern starkgemacht. »Ich denke, dass sich Israel in den kommenden Monaten eine außergewöhnliche Chance bietet, diesen Zyklus tatsächlich ein für alle Mal zu beenden«, sagte Blinken am Samstag bei einer Diskussion zum Thema »Gemeinsame Chancen wachsen lassen« mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar bei der Münchner Sicherheitskonferenz.  

Premierminister Benjamin Netanjahu und die islamistische Hamas sind gegen eine Zweistaatenlösung, bei der ein unabhängiger palästinensischer Staat friedlich Seite an Seite mit Israel existieren würde. 

»Es ist dringender denn je, zu einem palästinensischen Staat zu gelangen, der auch die Sicherheit Israels gewährleistet«, sagte Blinken.

Nahezu jedes arabische Land wolle Israel jetzt wirklich in die Region integrieren, um die Beziehungen zu normalisieren, sagte Blinken. Zudem seien unter Führung arabischer Länder echte Bemühungen im Gange, die Palästinensische Autonomiebehörde zu reformieren, zu revitalisieren und umzugestalten, damit sie die Interessen des palästinensischen Volkes wirksamer vertreten und dabei künftig ein besserer Partner für Israel sein könnte. 

»Es ist dringender denn je, zu einem palästinensischen Staat zu gelangen, der auch die Sicherheit Israels gewährleistet und die notwendigen Verpflichtungen dazu eingeht«, sagte Blinken. So könne eine integrierte Region entstehen, in der die Menschen tatsächlich für das Gemeinwohl zusammenarbeiten würden. »Eine Region, in der Israel auf eine Weise sicher ist, wie es das noch nie zuvor war«, ergänzte er.

»Es ist schwer, es ist kompliziert, aber es ist real«, sagte der US-Außenminister. Die Alternative sei eine endlose Wiederholung des Gewaltzyklus. Es sei die Aufgabe aller, die Beziehungen zu Ländern in der Region hätten und Verantwortung trügen, »diesen Weg tatsächlich klar, real und zielführend zu gestalten«. 

Außenministerin Baerbock sprach sich ebenfalls für eine Zweistaatenlösung aus.

Auch Baerbock sprach sich trotz der auf der Stelle tretenden Debatten über eine Zweistaatenlösung für eine Fortsetzung der Verhandlungen aus. »Der größte Gefallen für diejenigen, denen die Menschenrechte und die internationale Ordnung egal sind, besteht darin, dass wir aufgeben und nicht bereit sind, diese verschiedenen Themen von unserer anderen Seite aus zu betrachten.« Man müsse alle Kanäle für die Verhandlungen nutzen: »Wenn wir versuchen, diesen schrecklichen Krieg im Nahen Osten aus unseren unterschiedlichen Perspektiven zu lösen, dann können wir auch Sicherheit sowohl für die Menschen in Israel als auch in Gaza schaffen.«

Jaishankar sagte, Indien glaube seit Jahrzehnten an eine Zweistaatenlösung. Heute hätten viel mehr Länder auf der Welt nicht nur das Gefühl, »dass die Zweistaatenlösung notwendig ist, sondern auch dringender als zuvor«. dpa

Transportbetonwerk der Firma Heidelberg Materials in München (Symbolbild)

Hessen

Brandanschlag aus Israel-Hass?

Bei einer Betonfirma entstand durch das Feuer ein Sachschaden in Höhe von etwa 800.000 Euro. Nun tauchte ein Bekennerschreiben auf, das die Tat mit der Politik Israels begründet

 03.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Offene Ohren

Was passiert, wenn 100 Berliner Israelis 45 Minuten haben, um einem Landespolitiker Fragen zu stellen? Etwas anderes, als Sie denken

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Medien

Wie »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt umdeutet

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026

Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

Interview

Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«

Soziales Verhalten wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend durch psychologische Kategorien beschrieben, beobachtet der Sprachforscher Henning Lobin. Er hat sich mit der Sprachpolitik der AfD befasst

von Christine Süß-Demuth  03.09.2026

Frankfurt am Main/Magdeburg

Kann die AfD Staatsverträge zu Medienthemen kündigen?

Die AfD will bei einem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt aus Staatsverträgen aussteigen, die Medienthemen regeln. Dabei müsste die neue Landesregierung jedoch zahlreiche Anforderungen beachten

 03.09.2026

Wahlen

Wie antisemitisch ist die AfD?

Die rechtsextreme Partei inszeniert sich gern als Vorkämpferin gegen Judenhass und für Israel. Ein Faktencheck

von Stefan Dietl  03.09.2026

Landtagswahlen

Zünglein an der Waage?

Das »Bündnis Sahra Wagenknecht« (BSW) könnte besonders in Sachsen-Anhalt wichtig werden

von Ralf Fischer  03.09.2026