Attacke auf Lahav Shapira

Berufungsprozess von Mustafa A. beginnt

Der Angeklagte steht mit seinem Rechtsanwalt Ehssan Khazaeli (l) beim Prozess wegen einer Attacke auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira im Kriminalgericht Moabit. Foto: picture alliance/dpa

Knapp ein Jahr nach der Verurteilung eines 25-Jährigen wegen des brutalen Angriffs auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira begann heute vor dem Landgericht Berlin ein Berufungsprozess. Der Angeklagte wehrt sich gegen eine Strafe von drei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung, die das Amtsgericht Tiergarten verhängt hatte. Es habe sich um einen »antisemitischen Gewaltexzess« gehandelt, hieß es im Urteil der ersten Instanz.

Der Angeklagte und das Opfer waren sich am 2. Februar 2024 – vier Monate nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 – zufällig in einer Bar in Berlin-Mitte begegnet. Als der jüdische Student das Lokal verließ, folgte ihm der 25-Jährige. Laut Urteil des Amtsgerichts schlug er seinen früheren Kommilitonen Shapira mit der Faust nieder. Als der Attackierte blutend am Boden lag, sei ein wuchtiger Tritt gegen den Kopf gefolgt. Das Opfer erlitt Knochenbrüche im Gesicht und eine Hirnblutung.

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Der inzwischen 25-Jährige hatte die Gewalttat vor Gericht gestanden und um Vergebung gebeten. Den Vorwurf von Antisemitismus wies der frühere Lehramtsstudent der Freien Universität (FU) jedoch zurück. Es sei »nicht um Politik, sondern das Miteinander unter Kommilitonen gegangen«, sagte der in Berlin geborene 25-Jährige, dessen Eltern aus dem Libanon stammen.

Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten wegen vorsätzlicher Körperverletzung plädiert. Für den Berufungsprozess sind bislang drei Tage bis zum 23. März terminiert. dpa

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