Antisemitismus

Berliner Treitschkestraße wird am 1. Oktober umbenannt

Ein Anblick, des namensgebenden Historikers Treitschke würdig: er wird bald der Vergangenheit angehören. Foto: picture alliance/dpa

Nach jahrelangem Streit wird die Treitschkestraße in Berlin-Steglitz in Betty-Katz-Straße umbenannt. Die Änderung des Namens soll am 1. Oktober vorgenommen werden, teilte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf am Dienstag mit. Damit verliert die Straße den Namen des wegen antisemitischer Äußerungen umstrittenen Historikers und Politikers Heinrich von Treitschke (1834-1896) und erinnert künftig an die im KZ Theresienstadt gestorbene ehemalige Direktorin des früheren jüdischen Blindenheims von Steglitz, Betty Katz (1872-1944).

Infolge der Umbenennung werde die Straße sechs Monate lang mit beiden Namen erkennbar sein, hieß es. Der Name Treitschkestraße werde dann rot durchgestrichen dargestellt. Diese Doppelbeschilderung werde nach Ablauf der Zeit entfernt. Treitschke, der für sein Zitat »Die Juden sind unser Unglück« bekannt ist, wird heute als Wegbereiter des politischen und kulturellen Antisemitismus angesehen.

Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne) erklärte, es sei ein »wichtiger und richtiger Schritt, Antisemiten aus dem Stadtbild zu entfernen« und mit der Straßenbenennung nach Betty Katz die Direktorin des jüdischen Blindenheims von Berlin-Steglitz in die Erinnerungskultur des Bezirks aufzunehmen und zu würdigen. epd

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Vanessa Emde spricht Israel erneut das Existenzrecht ab

Die Linken-Abgeordnete ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen den Sondierern von Linken, Grüne und SPD. Jetzt legt sie nach

 16.10.2026

Deutsch-Israelische Gesellschaft

Volker Beck: »Die DIG muss jünger und weiblicher werden«

Auf der Hauptversammlung Mitte November steht die Neuwahl des Präsidiums an. Es stellt sich die Frage, ob der frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen noch einmal antritt

 16.10.2026

Hintergrund

AfD-Anwalt vergleicht jüdische Studenten mit Hitlerjungen und sinniert über »Polizeiknüppel«

Der Berliner Anwalt Ulrich Vosgerau hat auf X mit einer Schimpftirade gegen jüdische Studenten auf sich aufmerksam gemacht. Anlass war ein Protest gegen den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider vor der Synagoge in Halle

von Michael Thaidigsmann  16.10.2026