Nahost

Baerbock: 50 Millionen Euro humanitäre Soforthilfe für Gaza

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin, mit ihrem jordanischen Amtskollegen Aiman al-Safadi Foto: picture alliance/dpa

Deutschland verstärkt seine Unterstützung für die bisher von einer Terrororganisation regierte, notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen mit einer humanitären Soforthilfe in Höhe von 50 Millionen Euro.

Mit dem Geld sollen internationale Organisationen wie das Welternährungsprogramm, das UN-Kinderhilfswerk Unicef und vor allem das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) unterstützt werden, kündigte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Donnerstagabend bei einem gemeinsamen Auftritt mit ihrem jordanischen Kollegen Aiman al-Safadi in Jordaniens Hauptstadt Amman an.

Baerbock stand jüngst massiv in der Kritik. Der Vorwurf: Gelder an die Palästinenser würden nicht zweckgebunden nach Gaza überwiesen; die Mittel würden indirekt auch an die Hamas fließen, mit denen diese ihren Terror gegen Israel finanziert.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Es gehe um Hilfe für »die Palästinenserinnen und Palästinenser, die auch Opfer dieses terroristischen Angriffs der Hamas geworden sind«, sagte Baerbock. Deutschland konzentriere sich darauf, insbesondere die Gesundheitsversorgung zu verbessern. »Wir bereiten uns darauf vor, medizinische Teams auch nach Gaza entsenden zu können und zudem Möglichkeiten zu schaffen, dass gerade schwer verletzte Kinder auch behandelt werden können.«

Die islamistische Terrorgruppe Hamas hatte Israel am 7. Oktober mit einem blutigen Terrorschlag angegriffen. Israel hat daraufhin angekündigt, die Hamas vernichten zu wollen. Die humanitäre Lage vieler Menschen im Gazastreifen hat sich mittlerweile weiter verschlechtert.

Forderung nach politischer Lösung

Baerbock und Al-Safadi forderten eine Verhandlungslösung für den Gaza-Krieg, an deren Ende eine Zwei-Staaten-Lösung stehen müsse. Zugleich betonten sie, alles tun zu wollen, um einen Flächenbrand in der Nahost-Region zu verhindern. Es war bereits das zweite Treffen von Baerbock und Al-Safadi innerhalb einer Woche: Die Bundesaußenministerin hatte ihren Kollegen schon am Montag in Berlin zu Beratungen empfangen. Am Freitag wollte die Bundesaußenministerin nach Israel und anschließend in den Libanon reisen.

Um die Unterstützung für die Zivilbevölkerung in Gaza zu koordinieren, habe sie eine Sondergesandte für Fragen der humanitären Hilfe im Nahen Osten ernannt, teilte Baerbock mit. Deike Potzel, Abteilungsleiterin für Krisenprävention und Stabilisierung im AA, solle den engen Kontakt in die Region solange wie nötig pflegen.

Baerbock: Unverbrüchliche Solidarität mit Israel

Erneut versicherte Baerbock Israel die »unverbrüchliche Solidarität« der Bundesregierung. Die Bundesaußenministerin sprach von einem Dilemma, vor dem auch Israel stehe. So müsse der Hamas-Terror bekämpft werden. Zugleich seien weitere zivile Opfer Nährboden für weiteren Terrorismus - und dies führe zu einer Spaltung jener Staaten in der Region, die an Frieden und Sicherheit in Region arbeiteten.

Al-Safadi sagte, Jordanien bemühe sich auf allen diplomatischen Kanälen um ein Ende des Krieges. Eine Ausweitung des Krieges werde nur noch verheerendere Folgen für die Palästinenser haben.

Der Generalkommissar des aus diversen Gründen umstrittenen UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA im Nahen Osten, Philippe Lazzarini, forderte Deutschland zur weiteren Unterstützung der Palänstinenser auf. Deutschland sei zweitgrößter Geber. »Ich erwarte, dass Deutschland UNRWA weiterhin unterstützen wird«, sagte er vor einem Gespräch mit Baerbock in Amman. Es gebe die sehr starke Sorge, »dass die Welt die Palästinenser im Stich lässt«.

Baerbock würdigte den Einsatz Jordaniens zur Befreiung der Hamas-Geiseln, unter denen auch deutsche Staatsbürger sind. Es sei »wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln, weil wir unterschiedliche Zugänge und Kanäle haben«. Jordanien habe als ein Partner in der Region intensivere Kanäle als die Bundesregierung. dpa/ja

Teheran

Bericht: Revolutionsgarden bestimmen Irans Kurs nach Tod Chameneis

Modschtaba Chamenei spielt offenbar bislang eher eine moderierende als eine dominierende Rolle

 24.04.2026

Berlin

Rücktritt? Kultursenatorin kündigt Statement an

Senatorin Wedl-Wilson steht wegen der Vergabe von Millionen-Fördermitteln erheblich unter Druck. Nun hat sie ein Statement angekündigt. Es dürfte nach dpa-Informationen um einen Rücktritt gehen

 24.04.2026

Washington D.C.

Trump kündigt Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon an

Der Präsident sagt auch, die Vereinigten Staaten wollten mit Beirut zusammenarbeiten, damit sich das Land besser gegen die Hisbollah schützen könne

 24.04.2026

Straße von Hormus

US-Marine soll jeden Minenleger versenken

Der amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen den Iran

 23.04.2026

Berlin

Bundesregierung sieht Chance bei Verhandlungen zwischen USA und Iran

Kehren die Washington und Teheran zurück an den Verhandlungstisch? Die Bundesregierung sieht in Verhandlungen eine Chance für den Frieden

 23.04.2026

Parteien

Streit um Israel: Linke auf der Sandbank?

Die Linke ringt weiter über ihre Haltung zu Israel und zum Nahostkonflikt. Der Parteivorstand will mit einem Leitantrag für den Parteitag in Postdam im Juni den Streit befrieden. Doch auch eine Personalie sorgt für Diskussionen

von Michael Thaidigsmann  23.04.2026

Zukünftige Führung

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin für härteren Kurs gegen Mullahs

Reza Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Vor seinem Auftritt wurde er mit Tomaten beworfen

 23.04.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Der Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus wird darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll

 23.04.2026