Einspruch

»Back to normal« ist keine Option

Maayan Bennett Foto: Daniel Grunfeld

Einspruch

»Back to normal« ist keine Option

Maayan Bennett fordert, Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie auch für den Umgang mit der Klimakrise zu nutzen

von Maayan Bennett  04.06.2020 09:40 Uhr

Corona hält die Welt in Atem und krempelt unseren Alltag um. Auch wenn es jetzt sehr gelegen käme: Die eine Krise hat nicht etwa die andere abgelöst. Im Gegenteil. Viele Experten sehen einen Zusammenhang zwischen Zoonosen, unserem exzessiven Ressourcenverbrauch und der Massentierhaltung – alles Themen, die unseren Planeten gehörig anheizen.

Überdenken wir daher unseren Umgang mit der Erde? Leider nein. Ich habe das Gefühl, in unseren Köpfen ist kein Platz für zwei Krisen. Eine reicht. Und so zieht die Klimakrise wieder einmal den Kürzeren. Doch das ist fatal.

KLIMAKATASTROPHE Wir haben es jahrelang versäumt, die Klimakatastrophe ernst zu nehmen, jetzt müssen wir den besten Versuch wagen, beide Krisen auf einmal zu bewältigen. In solchen Zeiten möchte ich nicht schwarzsehen, sondern einen Schritt zurücktreten, reflektieren und ernsthaft fragen: Welche Chancen bietet Corona?

Das diesjährige Motto des Weltumwelttags heißt sehr passend »natur:verbunden«. Durch Corona haben viele Menschen Zeit für die Natur. Das Lahmlegen des Alltags hat Wildtiere in die Städte gelockt, Delfine in die Buchten und uns nach draußen.

Krisen beinhalten immer auch Chancen. Sie bilden den Nährboden für die Hoffnung, die Energie und den Willen zu Veränderung.

Viele Menschen haben eine neue Wertschätzung für unser grünes Zuhause gelernt. Doch die wichtigste Veränderung, die ich beobachte, sind waghalsige Ideen und Menschen, die sich fragen: In welcher Welt möchten wir leben? Was macht sie lebenswert? Und wie können wir sie erhalten?

OPTION »Back to normal« ist keine Option, da das normale System soziale Disparitäten schafft, unseren Wohlstand von unten wegfrisst und keine Zukunft bringt. Ein »Notrettungsring«, wie ihn das Corona-Paket der Bundesregierung vorsieht, darf nicht auf einem System beruhen, das schon lange davor anfing, unter unseren Füßen wegzubrechen.

Krisen beinhalten immer auch Chancen. Sie bilden den Nährboden für die Hoffnung, die Energie und den Willen zu Veränderung. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass wir die Notbremse ziehen können, wenn Warten keine Option ist. Nutzen wir diese Erkenntnis auch in der Klimakrise!

Die Autorin ist Klimaaktivistin in Köln.

USA

Medien: 15 Jahre Haft für Ex-Hollywood-Mogul Weinstein

Harvey Weinstein war einst ein mächtiger Medienmodul, dann kamen Vorwürfe Dutzender Frauen zu Sexualverbrechen ans Licht. Er sitzt im Gefängnis. Bis heute beschäftigen sich Gerichte mit dem Fall

von Anna Ringle  23.09.2026

Deutschland

»Existenzgefahr für Berlins Juden«

Die Linke macht immer wieder mit Judenhass und Forderungen nach der Auslöschung Israels von sich reden. Der Wahlsieg der Partei veranlasst nun den israelischen Botschafter zu einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme

 23.09.2026

Berlin-Wahl

Klöckners Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?«

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin hat SPD und Grüne auf Instagram aufgefordert, in Berlin keine Koalition mit der Linkspartei einzugehen. Ansonsten werde das »Nie wieder« zur Farce

 23.09.2026

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Debatte

Außenminister Sa’ar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen

Sa’ar drehte Van der Bellens Aussage um und fügte hinzu: Kein österreichischer Bürger dürfe für den »Unsinn« seines Präsidenten verantwortlich gemacht werden

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Ein Essener Schüler ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn schuldig

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026