Berlin

Auswärtiges Amt warnt Deutsche im Libanon vor Verschärfung

Am Flughafen von Beirut warten am Donnerstag viele Passagiere auf ihre Abreise. Mehrere Staaten riefen ihre Bürger auf, den Libanon zeitnah zu verlassen. Foto: picture alliance/dpa

Das Auswärtige Amt hat die trotz Ausreiseaufrufen im Libanon verbliebenen Deutschen vor einer Verschärfung der Lage gewarnt und Verhaltenshinweise gegeben. In einem sogenannten Landsleutebrief sei die Aufforderung zur dringenden und unverzüglichen Ausreise erneut ergangen, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin mit.

Wer aber im Land bleibe, werde gegebenenfalls »einen längeren Zeitraum im Krisengebiet auf sich selbst gestellt sein«. »Die Botschaft hat dringend dazu aufgerufen, sich für diesen Fall ausreichend mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten und Bargeld für mehrere Wochen einzudecken«, so die Sprecherin weiter. Auf einer Krisenvorsorgeliste waren zu Wochenbeginn noch 2100 deutsche Staatsbürger im Libanon registriert.

Die Deutsche Botschaft wies die Deutschen darauf hin, dass der Ausfall von Flügen, die vorübergehende Schließung des Flughafens oder ein Stopp anderer Ausreisemöglichkeiten nicht automatisch sofort eine Evakuierung auslöse. Diese werde jedenfalls nicht problemlos sein.

Lesen Sie auch

Nicht kostenlos

»Eine Abholung von zu Hause ist nicht möglich, auch bei einer Evakuierung müssen Sie selbstständig zum genannten Abreiseort kommen. Die Teilnahme an einer Evakuierung ist nicht kostenlos. Alle Visumserfordernisse bleiben bestehen, eine Mitnahme ist nur mit vollständigen und gültigen Reisedokumenten möglich«, wurde demnach erklärt.

Die Reise im Rahmen einer Evakuierung könne mehrere Tage dauern. Es dürfe nur sehr wenig Gepäck pro Person mitgenommen werden, deutlich weniger als bei einem normalen Flug. Haustiere könnten nicht mitgenommen werden.

Es hieß auch: »Wir rufen daher nochmals dringend zur eigenständigen Ausreise auf, solange diese Möglichkeit noch besteht - auch wenn dafür Umwege oder teurere Flugverbindungen in Kauf genommen werden müssen.« dpa

Krieg

Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge

Der US-Präsident fordert zugleich den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen abzuschließen

 07.06.2026

Krieg

Iran bricht die Waffenruhe und feuert Raketen auf Israel

Was bislang bekannt ist

 07.06.2026 Aktualisiert

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor islamistischer Einflussnahme auf deutsche Institutionen

Laut BfV-Chef Sinan Selen geht es nicht um kurzfristige Aktionen, sondern langfristig angelegte Strategien, die auf eine Veränderung politischer Entscheidungsprozesse abzielen

 07.06.2026

Justiz

Richterbund warnt vor Einfluss der AfD auf Justiz

Das Risiko gezielter politischer Eingriffe in die Richterauswahl und in die Strafverfolgung müsse minimiert werden

von Lukas Philippi  07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

NSDAP-Mitgliederkartei

Ein Land durchsucht den Datenschatz

Die Recherche nach der Nazivergangenheit der eigenen Vorfahren scheint neuerdings so einfach wie eine Google-Suche. Auch in manch jüdischer Familie wächst das Interesse. Doch tragen die Erkenntnisse wirklich zur Aufklärung bei?

von Mascha Malburg, Michael Thaidigsmann  07.06.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer erklärt USA zum Verlierer des Krieges

Der Oberste Führer wirft den Gegnern seines Landes vor, nach dem militärischen Konflikt nun auf psychologische Mittel zu setzen

 05.06.2026